„Ruoff war super“: Dickes Lob von BG-Trainer Roijakkers

Starke Leistung nach der Pause: Assistenz-Coach David Godbold war beim Abklatschen auch die Zuneigung der kleinen BG-Fans gewiss. Links im Hintergrund Raymar Morgan. Foto: Jelöinek

Göttingen. Um 23.06 Uhr verschwand der Held des Abends durch den VIP- und Presseausgang der S-Arena. Alex Ruoff hat sein Werk am Freitagabend getan und wollte wohl nun einfach seine Ruhe haben.

Verständlich, denn eine Stunde zuvor verabschiedete sich der Topscorer dieses denkwürdigen Abends unter dem tosenden Applaus der 3140 Fans (für Freitagabend ein Spitzenbesuch!) vom Parkett.

Starke 35 Punkte hatte Ruoff den Eisbären Bremerhaven beim 93:84-Sieg der BG Göttingen eingeschenkt und damit den Punktesaisonrekord von Kerron Johnson (38 Zähler für Ludwigsburg gegen Bonn) nur knapp verpasst.

„Egal, das spielt keine Rolle“, meinte Ruoff in der Kabine durchschnaufend, in der Journalisten jetzt nach dem Spiel wie in amerikanischen NBA für zehn Minuten Zutritt haben. „Meine Teamgefährten haben mich immer wieder gefunden“, fuhr der Aufstiegsheld fort und meinte damit, dass Vorbereiter Khalid El-Amin & Co. ihn immer wieder freistehend vorfanden, so dass Ruoff einen Dreier nach dem anderen den Eisbären in den Korb feuern konnte. Am Ende waren es sieben. „Er hat uns fast allein besiegt“, meinte Bremerhavens Coach Calvin Oldham. „Göttingen war in fast jedem Bereich besser. Wir konnten nicht unsere Stärke unter dem Korb nutzen. Ich bin ein bissle enttäuscht“, schwäbelte der US-Trainer. „Göttingen war heiß und unsere Verteidigung war leer.“

Flott auf den Beinen und mit sicherem Wurf: Alex Ruoff (rechts) lässt hier die Bremerhavener Sven Schultze und Jake O’Brien (22) stehen. Sieben Dreier gelangen der jetzt bärtigen BG-Nummer 7. Foto: Jelinek

Bei so viel Anerkennung vom Konkurrenten wollte auch Roijakkers kein Spielverderber sein. „Wir haben die Intensität hochgehalten. Wir hatten die Woche gut trainiert, ich war sehr zufrieden mit unsere Defense“, führte der Niederländer aus. Und packte, was kaum ausbleiben konnte, noch ein Extra-Lob drauf: „Ruoff war einfach super. Er hat einen tollen Job gemacht, brachte Energie rein.“ Ex-Fanklubchef Hartmut Niemann feierte ihn mit „Ru-On, Ru-On“ statt Ru-Off. Kleiner Spaß muss im Erfolgsfall sein.

Die Ruoff-Gala überdeckte fast den exzellenten Auftritt von David Godbold, der wie zu Zweitliga-Zeiten sehr mannschaftsdienlich agierte und auch wichtige Punkte markierte. Doch auch Dominik Bahiense de Mello machte bei seinem Heimdebüt gute Arbeit, hatte die dritthöchste Einsatzzeit (22:44 min.) nach Godbold und Ruoff. Er blutete am Ende heftig aus der Nase. „Vielleicht ist sie gebrochen, mal sehen“, unkte de Mello.

Auch El-Amin hatte was abbekommen. „Die Hüfte“, klärte Roijakkers auf. Nach knapp 25 Minuten (16 min. Spielzeit) kam der Spielmacher nicht wieder. Erfreulich insgesamt, dass die BG in der Breite stark war, auch Robert Kulawick, zuletzt kaum mit Spielanteilen, meldete sich zurück – rechtzeitig vorm Derby in Braunschweig am nächsten Sonntag? „Wir haben 35 Minuten unseren Game-Plan eingehalten, einen Super-Job gemacht“, freute sich „Kulle“.

Ganz wichtig: Mit diesem Sieg begeisterte die BG endlich auch die Heim-Fans, zog sie auf ihre Seite. Der Heim-Bann ist nun endlich auch gebrochen. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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