Dreier-Spezialisten trumpfen gegen Bremerhaven groß auf

Rush und Loveridge führen BG Göttingen zum Sieg 

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So macht das Feiern mit den Fans am meisten Spaß: Mit einem Lächeln im Gesicht klatscht Göttingens Michael Stockton nach dem Krimi-Sieg gegen Bremerhaven mit den Fans ab. Links daneben 2,09 m-Center Dennis Kramer und Stephan Haukohl.

Göttingen. Was für eine Stimmung in der S-Arena. Als am Samstag um 19.47 Uhr die Schlusssirene ertönt, rasten die Göttinger Fans unter den 3447 Zuschauern in der erneut ausverkauften Halle aus.

Die Anhänger der BG Göttingen liegen sich in den Armen, brüllen ihre Freude über den 81:78 (42:35)-Duselsieg gegen die Eisbären aus Bremerhaven heraus, ballen die Fäuste mit dem Siegeslächeln im Gesicht, feiern die Veilchen so frenetisch und ohrenbetäubend wie noch nie zuvor in dieser Saison.

Durch diesen sicher mit einigem Glück erkämpften Erfolg haben sich die Göttinger wieder in eine bessere Position im Kampf um den Klassenerhalt in der Basketball-Bundesliga gebracht. Dieser Sieg gegen den Abstiegsmitkonkurrenten musste einfach sein, sonst hätte man fast schon einpacken können. Ein Pflichtsieg! „Es war ein verdienter Sieg, der auch wichtig ist, weil wir den direkten Vergleich gegen die Eisbären gewonnen haben“, meinte BG-Coach Johan Roijakkers nach diesem Nerven-Spiel und Hitchcock-Krimi.

Sechs Dreier vom Rückkehrer

Der Göttinger Erfolgsfaktor trug die Nummer 15 auf dem Rücken und hieß Brion Rush. Nachdem er gegen Erfurt wegen angeblicher Augenprobleme ausgefallen war (siehe Extra-Text), war der Dreier-Spezialist wieder zurück. Wie wichtig das war, zeigte der US-Boy schon im ersten Viertel: drei Dreier zum 14:11, zum 18:11 und 24:15.

In der zweiten Halbzeit traf Rush von jenseits des Perimeters noch zum 64:56 (so der Stand nach 30 Minuten), zum 67:56 und 70:60 (32.). „Mit Rush, Darius Carter und Michael Stockton haben wir eine Siegesbilanz von 9:2“, rechnete Roijakkers vor. Wenn einer aus diesem Trio fehlte, waren es 0:19.

Doch nicht nur Rushs Dreier waren so wertvoll. Auch die drei von Jordan Loveridge. Nach 28 Minuten und zwei Führungen der Eisbären traf er zweimal hintereinander zum 53:50 und 56:50 – da wackelten die Tribünen in der Halle. Insgesamt traf er drei Dreier in 107 Sekunden.

Nichts für schwache Nerven war das Schlussviertel. Die Veilchen mit zehn Zählern vorn, doch 3:24 Minuten vor Schluss gleicht Bremerhavens Johnny Berhanemeskel zum 75:75 aus. Rinnt der so dringend nötige Sieg der BG noch durch die Hände? Die Nerven sind bis zum Zerreißen gespannt!

77:75 durch Stocktons Freiwürfe. 78:75 Freiwurf Rush 67 Sekunden vor Schluss, 78:76 Freiwurf Groselle. 37,3 vor Ende: Blecks Freiwürfe zweimal daneben. 79:76 per zweitem Freiwurf Loveridge. 34,6 Sekunden vor Ende Auszeit Eisbären. 22,6 Sek. vor Schluss 79:78 Bleck. Dann zwei Freiwürfe Stockton zum 81:78. Zwei Dreier-Versuche Bremerhaven ohne Erfolg. Ende. Durchatmen. Runterkommen.

Trainer Woltmann sauer

Rush wird „Man of the Match“. Wird gefeiert, muss eine zweite Ehrenrunde laufen. Eisbären-Coach Arne Woltmann: „Wir wollten die Dreier von Rush und Loveridge verteidigen. Die haben uns neun Stück eingeschenkt, das ist uns also nicht gelungen. Göttingen trifft 46 Prozent Dreier, das war der Unterschied.“ BG-Chef Frank Meinertshagen: „Wir sind noch nicht durch, aber das war ein großer Schritt zum Klassenerhalt.“ (haz/gsd)

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