BG schickt Johnson wieder weg und sucht einen neuen Kopf

Kaum da, schon wieder weg: US-Guard Armon Johnson (am Ball) gegen Groningens Will Sullivan, hat den Basketball-Bundesligisten BG Göttingen schon wieder verlassen. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Vier Siege, zwei Niederlagen – das ist die bisherige Bilanz von Basketball-Bundesligist BG Göttingen in der Vorbereitung auf die neue Saison. Sieht erfreulich aus, ist aber verbesserungsfähig.

Denn manches läuft noch längst nicht so, wie es sein sollte. Deshalb greift Trainer Johan Roijakkers, der am Dienstag 35 wurde, durch. Am Dienstag wurde Armon Johnson nach Hause geschickt – aus disziplinarischen Gründen.

Der smarte BG-Coach gab sich schon am vergangenen Wochenende hart gegenüber zwei Neuzugängen! Gegen Groningen schickte er Ricky Minard nach 33 Minuten vorzeitig in die Kabine.

Gegen Zwolle fehlte überraschend Armon Johnson. Roijakkers, nicht nur Trainer, sondern auch BG-Sportdirektor, wollte sich offiziell nicht dazu äußern. Aus dem „BG-Buschfunk“ verlautete, dass es im Mittagstraining am Sonntag einen Vorfall gegeben haben soll, der zur Suspendierung von Spielmacher Johnson führte. Roijakkers wollte darüber mit dem Spieler-Agenten von Johnson reden.

Minard-Konflikt abgehakt

Während mit Minard, der bei Trainer-Ansprachen nach Roijakkers’ Darstellung einfach nicht zugehört hatte, die Situation offenbar schon wieder bereinigt ist (Roijakkers: „Er hat gegen Zwolle gut gespielt“), führten die Differenzen mit Johnson zur Trennung – natürlich „im gegenseitigen Einvernehmen“, so der übliche Terminus.

Abseits davon malte Roijakkers nach dem Sieg gegen Groningen, bei dem das Team eine schwache zweite Halbzeit spielte, die Zukunft düster. „Wenn wir so spielen, gewinnen wir nächste Saison nur drei Spiele. Wir haben keine Größe und keine Stärke im Team“, malte er schwarz. „Unsere Qualität ist viel weniger geworden. Letzte Saison haben wir wie im Märchen gelebt. Jetzt haben wir ein gutes Preis-/Leistungsverhältnis.“

Was er damit meinte: An Khalid El-Amin, Raymar Morgan und Alex Ruoff reicht die neue Besetzung (noch?) nicht heran – was den Niederländer wurmt, weil ihm finanziell die Hände gebunden sind bei einem Etat von „nur“ 2,3 Millionen Euro. Wobei das reine Spielerbudget auf etwa 850 000 Euro erhöht wurde, so Frank Meinertshagen. Der BG-Chef: „Im Rahmen seines Etats kann Johan einen Nachfolger für Johnson suchen.“ Das ist aber zweieinhalb Wochen vor dem Saisonstart teuer und ungeheuer schwierig.

Roijakkers wollte nach eigenen Worten aus Ludwigsburg Michael Stockton (Sohn von Utah Jazz-Legende John Stockton) holen: „Ich habe 100 Mal telefoniert, aber er hat gesagt: ,Was ich in Göttingen bekomme, hatte ich in Karlsruhe in der 2. Liga.’“ Sicher frustrierend für einen Coach bei der Teamformation.

Hatten-Abgang tut weh

Der Grund der Misere liegt noch tiefer: Die BG hat noch keinen Kopf wie letzte Saison Ausnahmespieler El-Amin. Roijakkers wollte das neue Team um Marcus Hatten als Spielmacher herum aufbauen. Doch die BG-Ärzte legten ihr Veto bei der Verpflichtung des Pointguards ein. Eine angeblich schlecht operierte Knieverletzung hätte nochmals operiert werden müssen – Medizincheck nicht bestanden! „Die Trennung von Hatten hat uns zurückgeworfen“, sagt ein BG-Insider.

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