BG schlägt kein Kapital aus Rauswurf von Bambergs Trainer

Mein Ball: Göttingens Topscorer Raymar Morgan behauptet ihn gegen Bambergs Daniel Theis und Joshua Shipp. Foto: Jelinek

Göttingen. Eins A mit Sternchen, eine Super-Gala-Show – aber trotz des erneut beeindruckenden Auftritts von „All-Star“ Raymar Morgan hat es für die BG Göttingen nicht zur nächsten Überraschung in der Basketball-Bundesliga gegen die Brose Baskets Bamberg gereicht.

Der sechsfache deutsche Meister bekam in der wieder brodelnden Lokhalle vor 3752 „kochenden“ Fans gerade noch die Kurve und gewann in den letzten sieben Minuten noch mit 93:86 (48:48).

Führten die überschäumenden Emotionen des Bamberger Trainers Andrea Trinchieri oder seine kühle Berechnung zum Franken-Sieg? 6:54 Minuten vor Schluss meckerte der Italiener nach einem Foul gegen Trevor Mbakwe – erstes Technisches Foul, Trinchieri lederte weiter. Haupt-Schiri Boris Schmidt hängte ihm das zweite T-Foul an. Bedeutet: Hallenverweis, „rote Karte“ für den Coach!

Vorteil wurde zum Nachteil

Doch aus dem vermeintlichen Vorteil für die BG zog Bamberg die Kraft zur Wende der Partie, denn Göttingen führte da 80:70. Baskets-Co-Trainer Ilias Kantzouris schwor sein Team neu ein, es kämpfte danach für Trinchieri. Die BG bekam nur noch sechs Zähler zustande, Bamberg 23. Der Favorit blieb cool, clever – während bei den Veilchen ausgerechnet die beiden Protagonisten abbauten.

Denn bis dahin zeigten eben Morgan und Khalid El-Amin die nächste Glanzleistung. Morgan verwandelte 17 von 18 Freiwürfen, zog zwölf Fouls und kam auf 37 Zähler (16 im dritten Viertel), womit er den Saisonrekord von Ludwigsburgs Kerron Johnson (38 gegen Bonn) nur knapp verpasste. El-Amin nahm Bamberg clever aus dem Spiel, indem die Riesen Theis und Mbakwe ihn zudeckten. Im letzten Viertel traf der BG-Spielmacher nicht mehr. Die BG scheiterte nach zwischenzeitlicher Zehn-Punkte-Führung letztlich an nachlassender Kraft (wegen des Ulm-Siegs 50 Stunden zuvor), und weil die weiteren BGer ihren „Helden“ Morgan und El-Amin nicht genug zur Seite stehen konnten. „Uns fehlen zwei Spieler“, lamentierte Coach Roijakkers hinterher.

„Der Trainer-Rausschmiss hat Bamberg eher geholfen“, meinte David Godbold hinterher. „Wir haben viele Kleinigkeiten nicht gut gemacht“, erklärte Dominik Spohr.

Bilder vom Spiel BG Göttingen gegen Bamberg

Zu grämen braucht sich die BG jedoch überhaupt nicht! „Wir haben ein Euroleague-Team bis zum Maximum bedrängt. Das ist das Maximum, was wir mit unserer kleinen Rotation ohne Harper Kamp leisten können“, sagt Roijakkers. „Das Team hat wirklich alles gegeben und mit einer sehr hohen Intensität gespielt. Wir haben immer unterbesetzt gespielt und Bambergs athletische Spieler mit nur drei Offensiv-Rebounds im Griff behalten.“

Die Veilchen-Fans nahmen ihrem Team die fünfte Heimpleite indes nicht krumm. Aufmunterndes Schulterklopfen hinterher für die Veilchen! Aus so einer Niederlage kann man auch Kraft schöpfen – das nächste Spiel am Samstag (18.30 Uhr) in Frankfurt. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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