Basketball-Bundesliga

Schmalem Kader der BG Göttingen fehlt die Kraft - im Viertelfinale gegen Berlin

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Chef am Grill: Göttingens Mihajlo Andric legte nach der Niederlage gegen Ulm im Münchener Hotel am lodernden Feuer Fleisch für sich und seine Teamgefährten auf. 

Mathis Mönninghoff musste erst einmal durchatmen. „Wir brauchen jetzt diese Pause, werden den Tag nutzen. Drei Spiele in so kurzer Zeit merkt man schon“, meinte der „Small Forward“ der BG Göttingen nach der 66:89-Niederlage der Veilchen gegen Ulm im letzten Vorrunden-Spiel der Gruppe A beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München. Vor dem Viertelfinale am Donnerstag und Samstag gegen Berlin oder Ludwigsburg haben die Veilchen nun erst mal drei Tage Spielpause. Trainer Johan Roijakkers hatte den Montag freigegeben. - Im Viertelfinale trifft die BG am Donnerstag und Samstag auf Berlin. Alba siegte im "Endspiel um Platz eins" in der Gruppe B mit 97:89 gegen Ludwigsburg.

„Physio-Behandlung, Eistonne“ – Mönninghoff ließ noch offen, was man im BG-Team zur Regeneration mache. Drei Spiele in fünf Tagen, das zehrt eben an den Kräften. Zumal die Veilchen eben auch nur mit elf Spielern bei dieser Endrunde dabei sind, nachdem man auf Bryant und Lasisi (verletzt) verzichtete. FC Bayern II-Leihgabe Erol Ersek pausierte gegen Ulm, weil er nur fünfmal eingesetzt werden darf.

Glücklicherweise konnte Alex Ruoff wieder spielen nach zwei Partien Pause wegen Rückenproblemen. Nach anfänglichen Problemen beim Wurf-Timing zeigte er mit 18 Zählern und sieben Rebounds, wie wichtig der Kopf des Teams ist. „Schön, wieder dabei zu sein. Mein Rücken ist okay.“ Im Viertelfinale würde er lieber gegen Berlin als gegen Ludwigsburg spielen. Klar: Anfang Januar hat die BG mit 72:71 Alba schon mal geschlagen.

Allerdings waren da auch noch Kyan Anderson (in den USA) und Dylan Osetkowski (jetzt Ulm, wieder mit Löwen-Mähne statt Rasta-Locken) an Bord, die inzwischen fehlen. Diese personelle Schwächung ist in den Partien gegen Oldenburg, München und Ulm unübersehbar gewesen. „Ein Qualitäts-Unterschied“, meinte TV-Kommentator Markus Krawinkel gegen Ulm.

So sehr sich die Holland-Importe Leon Williams und Jito Kok auch mühen – die früheren Stars können sie nicht ersetzen. Coach Roijakkers wusste dies, deshalb lobt und unterstützt er seinen „zweiten Anzug“. Spielmacher Bennet Hundt zeigte zum Start gegen Crailsheim eine Klasse-Partie mit 30 Punkten, doch zu einer ähnlichen Glanzleistung reichte es danach nicht. Terry Allen und Mihajlo Andric konnten ebenso kaum an den guten Start anknüpfen. Dominic Lockhart attestierte TV-Experte Alex Vogel gar ein bisher schwaches Turnier. Licht und Schatten auch bei Mönninghoff, Center Dennis Kramer und Top-Athlet Marvin Omuvwie.

„Vor der Saison hat keiner ans Viertelfinale gedacht“, meinte Roijakkers. Nachdenklich stimmten indes die vielen Ballverluste, die die BG vor der Corona-Unterbrechung minimiert hatte. 17 gegen Oldenburg, 15 gegen München, gar 26 gegen Ulm – so kann man in der 1. Liga kaum bestehen. Beim Sieg gegen Crailsheim waren es nur neun. „Wir haben keinen tiefen Kader, das hat mit den Kräften zu tun“, erklärte Roijakkers.

Um nach dem Fünf-Tage-Spiel-Marathon etwas abzuchillen, stand am Sonntag der Grillabend für jedes im Münchener Leonardo-Hotel anwesende Team auf dem Programm. Co-Trainer Hylke van der Zweep stand mit Kapuze an der Feuerstelle – es regnete in Strömen.  gsd

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