Basketball-EuroChallenge: Schiecke hofft auf den „Hallo-Wach-Effekt“ für Punktspiele

Schöpft BG Kraft für Liga?

Der nächste Ausfall: Max Weber (l.), dem Paris Horne (r.) beim Montagstraining in Tiflis unglücklich das Nasenbein brach, steht der BG in den kommenden zwei Spielen nicht zur Verfügung. Foto: Jelinek

Tiflis/ Göttingen. Hinterher gab es sogar von den Armia-Fans noch Szenenapplaus. Beifall für die BG Göttingen, Beifall für deren kaum zu erwartende gute Leistung bei der 2011-Premiere in der Basketball-EuroChallenge beim georgischen Meister in Tiflis. Nur 76:82 verloren, damit war nach den letzten Leistungen in der Bundesliga nicht zu rechnen. Fast nicht vorstellbar wäre für den Champion von 2010 sogar ein Sieg möglich gewesen.

Und dies, obwohl die BG eigentlich nur mit sieben Akteuren spielte! Ohne Nico Adamczak (Fußbruch), ohne Marco Grimaldi und Kyle Bailey (Unfalltragödie) und auch noch fast ohne Max Weber (Nasenbeinbruch, nur 31 Sekunden Einsatz). So mussten Kwadzo Ahelegbe (37 Minuten Einsatz), Louis Dale (33), Paris Horne (38), Damian Saunders (33) und Roberto Mafra (28) eine absolute Energieleistung vollbringen - nur unterbrochen von den Intermezzi von Raymond Sykes (14) und Philipp Noch (15).

Zwei Wochen ohne Weber

Eine Siebener-Rotation (fast eher nur eine Fünfer) auf europäischem Parkett - eigentlich nicht möglich! „Uns fehlten eben drei Rotationsspieler“, meinte BG-Sportdirektor Jan Schiecke. „Aber die anderen haben super viel Herz gezeigt, obwohl die internationale Erfahrung nicht gegeben ist.“

„Den Verlust von Max Weber haben wir gut kompensiert - Respekt vor dem Team“, lobte Trainer Stefan Mienack. „Aus dem Euro-Wettbewerb erhoffe ich mir, dass das Team zusammenrückt und wir darauf aufbauen können.“

Schließlich drehen sich die Gedanken nach der gestrigen Rückkehr um 10.30 Uhr schon wieder ums kommende Wochenende, wenn es am Samstag (19 Uhr) ausgerechnet zu Ex-Trainer John Patricks neuem Klub nach Würzburg geht.

Auch Schiecke gefiel der Auftritt vor über 8000 Fans im unglaublich lauten Sportpalast Tiflis: „Wir haben schon wesentlich besser als Team gespielt. Der Ball lief endlich mehr.“ Allein: Die chronische Reboundschwäche trat eklatant zu Tage. „19 Punkte hat Tiflis aus seinen zweiten oder dritten Chancen gemacht“, rechnete er vor. Viel zu oft sahen die BGer unter dem eigenen Korb nur zu, wie sich Armia 20 Offensivrebounds (und insgesamt sensationelle 51) krallte - von den Veilchen nicht Europapokal-würdig!

„Für unsere jungen Spieler war das Match eine Riesen-Erfahrung“, meinte Schiecke weiter und setzt auf den „Hallo-Wach-Effekt“ für die Bundesliga. Max Weber („Er hat fürchterlich geblutet“, so der BG-Sportchef) wird in Würzburg nicht spielen. Nach der Rückkehr aus Georgien wurde der Ex-Gießener im Krankenhaus untersucht. Er muss nicht operiert werden, fällt aber zwei Wochen aus. Auch das noch!

Hartes Programm

Unklar ist, ob Bailey und Grimaldi am Samstag in Würzburg spielen. Mienack: „Ich bin natürlich in Kontakt mit ihnen. Sie müssen aber selbst sehen, wann sie zurückkommen.“

Klar ist nur: Bis Weihnachten stehen der BG sechs harte englische Wochen mit elf Spielen (sechsmal Bundesliga, fünfmal EuroChallenge) in nur 36 Tagen bevor. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.