Schwache Offensive: BG hat Platz sieben verdaddelt

Dynamisch an der Seitenlinie: David Godbold schiebt mit dem linken Arm Hagens Fred Nixon weg, dribbelt zum Phoenix-Korb. Hinten Hagen-Coach Ingo Freyer, der Samstag 44 Jahre alt wurde, und Schiri Armin Mutapcic, der Sohn von Münchens Co-Trainer Emir Mutapcic. 2 Fotos: Jelinek/gsd

Göttingen. Es war die große Chance für die BG Göttingen, sich auf Rang sieben der Tabelle der Basketball-Bundesliga zu schieben, da die Konkurrenz aus Braunschweig und Quakenbrück um die acht zu vergebenen Playoff-Plätze patzte.

So aber fiel das Team von Trainer Johan Roijakkers nach einer 73:83 (28:36)-Niederlage gegen Phönix Hagen vor mit 3447 Zuschauern ausverkaufter S-Arena auf den zehnten Tabellenplatz zurück.

Entscheidend war die unterirdische Trefferquote der Veilchen. Da staunte auch Roijakkers hinterher darüber, dass sein Team nicht weniger als 81(!) Mal auf den gegnerischen Korb geworfen hatte, aber lediglich 28 im Korb landeten.

BG nicht ein Mal in Führung

Und es zeigte sich einmal mehr, dass die BG den Ausfall eines so wichtigen Spielers wie Center Harper Kamp nicht verkraftet. „Er konnte die ganze Woche wegen einer Erkältung nicht trainieren, lag im Bett“, erklärte Roijakkers, warum Kamp nur 2:31 Minuten Einsatzzeit bekam. Und wieder erwies sich die Göttinger Bank als nicht ausgeglichen genug im Gegensatz zur Hagener Bank, auf der mit Keith Ramsey, Niklas Geske und Urule Igbavboa gleichwertiger Ersatz für die erste Hagener Fünf saß.

Bisher die meisten Punkte in einem Spiel für die BG: Dominik Bahiense de Mello (Mitte) beim Korbleger gegen drei Hagener.

Nicht ein Mal lagen die Gastgeber in Führung, nach fünf Minuten lagen sie mit 6:13 hinten, fanden einfach keinen Rhythmus und somit auch keinen Zugriff auf dieses Match. Lag die Trefferquote nach dem ersten Viertel schon bei katastrophalen 33 Prozent, so sank sie bis zur Pause gar auf miserable 29 Prozent ab. „Wir haben es endlich einmal geschafft, über die gesamten 40 Minuten eine sehr konzentrierte Defensive zu spielen“, meinte Hagens Trainer Ingo Freyer, der sich mehr auf dem Spielfeld als auf der Bank befand. Gleichwohl profitierten die Gäste davon, dass der Hagener Korb für die BG-Spieler wie vernagelt schien, in der ersten Halbzeit nur einer von 13 Dreier-Versuchen der Göttinger in der Reuse landete.

Entscheidend aber auch, dass Hagens Spielmacher David Bell den direkten Vergleich mit Göttingens Playmaker Khalid El-Amin für sich entscheiden konnte. 31 Punkte schenkte Bell den BGern ein, El-Amin kam auf 21 Punkte, davon allein 13 im letzten Viertel und war indes erst in den letzten zehn Minuten ein Faktor für das Spiel seiner Mannschaft, als er mit vier Dreiern mit einem Zusatzwurf sein Team noch bis zur 35. Minute beim 70:72 im Spiel hielt.

Zu diesem Zeitpunkt aber verlor die BG Alex Ruoff nach seinem fünften Foul. Und in den verbleibenden fünf Minuten schaffte nur noch David Godbold einen Dreier, während die Hagener ihre Freiwürfe sicher verwandelten und so am Ende nicht unverdient gewonnen hatten. Das musste sich auch Roijakkers eingestehen: „Die Hagener haben verdient gewonnen, weil sie besser waren als wir.“

Von Walter Gleitze

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