Schwere Zeiten für die Veilchen: Abwärtstrend bei der BG hält an

Auch er war gegen Gießen kein Faktor: Göttingens Rückkehrer Harper Kamp (am Ball) versucht gegen Mahir Agva, am starken Rebounder der Hessen vorbeizukommen. Rechts BG-Trainer Johan Roijakkers. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Es muss schon einiges schieflaufen, bevor sich die Fans des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen vom Jubel abbringen lassen. Aber in der Schlussphase des Pflichtspiels gegen die Gießen 46ers, deren rund 30 Fans sich einmal mehr mit ihren üblen Schmährufen völlig daneben benommen hatten, kehrte eine unheimlich anmutende Ruhe in den BG-Fanblock und Stille in der Halle ein. Es schien fast so, als habe es den Fans den Atem verschlagen.

Frust machte sich breit nach der fünften BG-Niederlage in Folge und wenig Zuversicht, dass sich in den kommenden Spielen der Erfolg endlich wieder einstellt.

Harter Gang zum Aufsteiger

Zumal das Team von Trainer Johan Roijakkers nun ein bereits vorentscheidendes Spiel um den Klassenerhalt vor der Brust hat am Samstag in Erfurt gegen Aufsteiger Oettinger Rockets. Der wird nämlich nach dem 85:77-Sieg gegen Würzburg mit ganz breiter Brust die Göttinger erwarten in der Hoffnung, mit einem weiteren Erfolg mit den Göttingern punktemäßig gleich- und damit erst einmal im direkten Vergleich an den Veilchen vorbeizuziehen.

Einmal mehr zeigte sich auch in der Partie gegen Gießen, dass den Veilchen die Konstanz fehlt und ein Typ, wie die Hessen ihn in John Bryant haben, der Verantwortung übernimmt, sich etwas zutraut, in knappen Situationen eben aus allen Lagen trifft. Mit seinen 29 Punkten trug Bryant entscheidend zum 94:78-Sieg der Hessen bei.

Die derzeitige Situation stellt sich für BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen noch nicht dramatisch dar. „Wir haben vier Siege, drei Teams stehen hinter uns. Noch befinden wir uns in einer guten Ausgangslage. Gleichwohl ist es mit uns nach dem Ausfall von Darius Carter bergab gegangen. Dann noch die Nackenschläge, wenn ein Stockton in Tübingen oder wie gegen Gießen ein Lockhart ausfallen“, sagt Meinertshagen. Festgestellt hat er aber auch, dass, wenn „wir in Rückstand geraten, so ein wenig der Glaube an einen Sieg fehlt“. Ein Sieg in Erfurt wäre sicherlich wichtig, eine Niederlage aber dennoch „kein Weltuntergang“.

Schwerer Spielplan

Gleichwohl sehen Szenekenner wie Fans schwere Zeiten auf die BG zukommen. Vor allem auch wegen des nun folgenden harten Spielplans: Nach der letzten Partie des Jahres in Erfurt und dem ersten des neuen gegen Bayreuth zuhause (5.1., gerade 100:75 in Braunschweig) folgen Ludwigsburg (20. Januar, wird aber voraussichtlich verlegt), Bayreuth auswärts (28.1.), Ulm (3.2.), Würzburg (auswärts, 9.2.) und München (auswärts, 14.2.). Bestehen da reelle Siegchancen tatsächlich erst wieder am 3. März im Heimspiel gegen Schlusslicht Tübingen? Stecken die BGer bis dahin endgültig in der Krise?

Wegen eines Todesfalls in der Familie droht in Erfurt US-Spieler Brion Rush auszufallen. (gsd/gsd-nh)

Von Walter Gleitze und Helmut Anschütz

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