Sechs Treffer: „Kulles“ irre Dreier-Show für die BG in Crailsheim

Crailsheim. Dick eingemümmelt mit Mütze und Schal wegen des heftigen Schneetreibens an der Arena Hohenlohe in Ilshofen bei Crailsheim kam er aus der Umkleidekabine.

Robert Kulawick (30) war der Mann des Abends beim unerwartet klaren 96:63-Sieg der BG Göttingen bei den Crailsheim Merlins. 18 Punkte hatte er erzielt, alles Dreier. Vier davon im ersten Viertel, als die BG mit 10:17 zurück lag. Doch dann kam die Kulle-Show!

In 98 Sekunden netzte der Berliner den Basketball viermal in Folge in die Merlins-Reuse ein und schockte so die Schwaben bis ins Mark. Kulawick hatten sie offenbar nicht auf der Rechnung. Die Zauberer wurden von Kulle glatt entzaubert. Und obwohl er in der 23. Minute sein viertes Foul erhalten hatte und danach pausierte, ließ der Göttinger Guard noch zwei weitere Dreier folgen, womit er seine bisherige Saison-Bestmarke (fünf Dreier gegen Gießen) sogar noch übertraf. Kulle weiß jetzt, wann er zu werfen hat und wann nicht, meinte BG-Coach Johan Roijakkers hinterher anerkennend. Kulle blieb indes bescheiden: „Ich war eben zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Das war super, das freut mich. Aber noch wichtiger war der Sieg.“

Kulawick stand mit seiner außergewöhnlichen Leistung sinnbildlich für den Auftritt der deutschen BG-Spieler. In Bonn hatten sie bis auf Dominik Spohr noch allesamt enttäuscht, in Crailsheim steuerten sie 37 Punkte zum zweiten Saison-Auswärtssieg bei. Spohr traf zwei Dreier, Malte Schwarz holte sich wieder ein bisschen Selbstvertrauen und auch Mathis Mönninghoff, der sich am rechten Knöchel verletzte, traf vier Freiwürfe.

In der Tat: Denn nach Kulawicks vier Dreiern zur 22:17-Führung gab die BG den Vorsprung nicht mehr aus der Hand. Die BG legte bis Mitte des zweiten Viertels einen 21:1-Lauf (von 10:17 auf 31:18) hin, gestattete Crailsheim aber danach eine 9:0-Serie. Der 42:32-Vorsprung war dennoch einigermaßen beruhigend. Zwar kamen die Schwaben kurz nach dem Wechsel dank ihres einzigen Dreiers durch den Ex-BGer Konrad Wysocki nochmal auf sieben Zähler heran, doch die Göttinger behielten den Kopf oben. Khalid El-Amin profilierte sich mehr als Passgeber (acht Assists), konnte für das Heimspiel am Sonntag gegen Bayreuth (15 Uhr) geschont werden. „Wir waren an beiden Enden des Spielfelds gut“, resümierte Neuzugang Ian Hummer, der eine gute zweite Hälfte spielte.

So war denn Freude über diesen wichtigen, höchsten Auswärtssieg seit Jahren angesagt, aber auch Realismus. Er kann nur ein kleiner Schritt zur erhofften Rettung sein. Ein weiterer kann nun gegen Bayreuth folgen. Den direkten Vergleich gegen die schwachen Merlins haben die BGer aber in der Tasche, gegen den MBC kann er komplettiert werden. Im engen Abstiegskampf ist das ganz wichtig. (gsd)

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