Die Sekunden-Pleite: Tolles Comeback der BG-Ladies ohne Lohn

Göttingen. Dieses Finale des zweiten Endspiels um den Bundesliga-Aufstieg zwischen den Göttinger Veilchen Ladies und den Osnabrücker Panthers war nichts für schwache Nerven!

Nach zwei schwachen Vierteln hatten die Göttingerinnen eine famose Aufholjagd gestartet und ein verloren geglaubtes Match noch aus dem Feuer gerissen – so schien es jedenfalls.

Nach 15:3 Punkten in den letzten zehn Minuten führten die Göttingerinnen 51:50. Doch das eindeutig glücklichere Ende hatten dann die Panther für sich. Sie gewannen noch 52:51 durch einen Korb von Juliane Höhne in letzter Sekunde. Nun muss das dritte Spiel am nächsten Samstag über den Aufstieg in die Basketball-Bundesliga der Frauen entscheiden.

Göttingens US-Centerin Nicole Jones war untröstlich, konnte die Tränen nicht verbergen: Nachdem ihre Landsfrau Monique Smalls die BG 74 mit einem Zweier plus Freiwurf nach Foul mit 51:50 in Front gebracht hatte, bekam Niki Jones 17,8 Sekunden vor Schluss zwei Freiwürfe. Doch in der durch die 1100 Zuschauer (deutscher Saisonrekord) aufgeheizten Atmosphäre versagten der sonst so sicheren Amerikanerin die Nerven – sie schoss zwei Fahrkarten.

Korb mit der Schlusssirene

Statt drei Punkten vorn noch mal Angriff Osnabrück: 3,7 Sekunden vor Schluss Einwurf Panther unterm BG-Korb. Pass auf Juliane Höhne, die nicht eng genug markiert wurde, und drin war der Ball zum 51:52. Bitterer kann man kaum verlieren! Hängende Köpfe bei den Veilchen Ladies, aber viel warmer, aufmunternder Beifall von der begeistert mitgehenden Kulisse.

Sie schien das Gastgeber-Team aber zuvor doch verunsichert zu haben. Vor so vielen Fans hatten die BGerinnen noch nie gespielt, und so schienen die Hände zu zittern. Missverständnisse zuhauf, Pässe ins Aus, schlechte Würfe – es kam alles zusammen, und es war zum Haareraufen zumindest im zweiten und dritten Viertel.

Denn das erste hatten die BG-Ladies noch im Griff. 12:8 und 16:10 waren sie vorn. Nach 16 Minuten hatten die Panther die Partie aber gedreht dank zweier Dreier ihrer Kanadierin Emma Duinker. 8:18 im zweiten und 12:17 im dritten Viertel, den Veilchen drohten die Felle davonzuschwimmen.

Mit Beginn des letzten Abschnitts packten sie aber wieder ihren Kampfgeist aus. Drei Dreier von Lucy Thüring (mit Maske wegen Nasenverletzung), Fee Zimmermann und Monique Smalls, und die BG war auf 45:47 heran. Die BG-Fans klatschten stehend, ohrenbetäubende Anfeuerung in der kleinen FKG-Halle. Doch es sollte nach Jones’ Ausgleich zum 48:48 eben nicht reichen...

Drittes Spiel am 2. Mai

„Ein verrückter Wurf entschied“, meinte BG-Coach Ondrej Sykora. „Wir haben in der Defense gut gearbeitet, das Beste an diesem Tag getan. Aber so ist Sport. In Osnabrück brauchen wir mehr Punkte in der Offensive. Wir wollen die Saison wie ein Champion beenden.“ Letzter Showdown am 2. Mai (18 Uhr) nun wieder in der OSC-Halle in Osnabrück.

Rubriklistenbild: © Hubert Jelinek

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