Seltene Bestmarke knapp verpasst: Ruoff kurz vorm Geschichtsbuch

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Typische Szene: Göttingens Alex Ruoff (links) bringt den Ball mit viel Energie und Kraft nach vorn. Der in Göttingen geborene Tübinger Yasin Kolo versucht ihn zu stellen.

Göttingen. Es sollte eine Überraschung für seine Familie werden, lächelte Alex Ruoff (30) kurz nach dem 79:67-Sieg der BG Göttingen gegen Würzburg.

Am vergangenen Samstag flog der Denker und Lenker der Veilchen nach Florida, nutzt die derzeitige Pause in der Basketball-Bundesliga zu einem Treff unter anderem mit seiner Mutter in Orlando. Wie die meisten BG-Profis war der Veilchen-Anführer, wegen seiner Rückennummer 7 in James-Bond-Manier schon als „007“ bezeichnet, dankbar, etwas entschwinden zu können, zumal es ja keine Weihnachtspause gegeben hat.

Ruoffs Rückkehr nach Göttingen – ein Glücksfall für die BG. Jetzt trifft er zwar nicht James-Bond-like „im Auftrag Ihrer Majestät“, sondern im Auftrag von BG-Coach Johan Roijakkers – und zwar spektakulär. Gegen Würzburg verpasste Ruoff nur um Haaresbreite ein äußerst seltenes „Triple-Double“ (drei zweistellige Statistik-Werte). Bei 22 Punkten, 11 Rebounds und 8 Vorlagen fehlten nur zwei lächerliche Assists zum ganz großen Wurf. „Das Team ist aber wichtiger als meine Punkte“, bleibt der Amerikaner (1,98m, 90kg) bescheiden.

Wie schwierig und selten ein „Triple-Double“ ist, zeigt die Statistik: Seit 18 Jahren (1998) erfasst die Basketball-Bundesliga diese Werte in einer Datenbank – und in dieser Zeit schafften nur vier Erstliga-Spieler, darunter mit Dennis Wucherer, dem aktuellen Trainer in Gießen, die Krönung eines jeden Basketballers. Ein exklusiver Zirkel, an dem der „Wieder-Göttinger“ jetzt hart gekratzt hat.

Ruoffs 22 Zähler gegen Würzburg sind jedoch nicht seine Saison-Bestmarke. Noch im Dress für Ludwigsburg erzielte er am ersten Spieltag dieser Saison 25 für die Schwaben – ausgerechnet in Würzburg. Ruoffs Bundesliga-Bestwert sind die 35 Punkte für die BG am 7. November 2014 gegen Bremerhaven.

Ruoff in Florida – und wie nutzen die anderen BGer die Pause wegen des All-Star-Spiels am kommenden Samstag in Bonn, bei dem kein Veilchen vertreten ist?

Spektakulär ist Benas Veikalas’ Kurz-Trip: Er ist mit Familie von Tromsö aus in Norwegen beim Wale beobachten („whale watching“) auf einem Schiff. Center Scott Eatherton zog es mit seiner Frau nach Marokko, Adam Waleskowski traf sich mit seiner Gattin, die über Silvester in ihrer Heimat Bulgarien war, in Rom zum Sight-seeing. Spielmacher Jesse Sanders unternahm ein Trip nach Irland und Island.

Kollege Leon Williams fuhr in seine niederländische Heimat nach Amersfoort und Rotterdam zum Freunde besuchen. US-Boy Darius Carter hielt es indessen in Göttingen.

Sicher etwas anders vorgestellt hat sich Dominik Spohr den Erstliga-„Break“: Nach dem Bruch der rechten Mittelhand muss er sich um die Operations-Nachsorge kümmern. Der BG-Kapitän: „Ich fahre aber auch mal nach Hause nach Hagen.“

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