Basketball-Bundesliga

„Sichtbar bleiben für die Fans“ sagt BG-Trainer Johan Roijakkers

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Immer unglaublich engagiert: BG-Trainer Johan Roijakkers fiebert mit geballten Fäusten am Spielfeldrand sehr emotional mit seiner Mannschaft mit. 

Göttingen – Auch an Johan Roijakkers, Trainer und Sportdirektor beim Basketball-Bundesligisten BG Göttingen, geht die Corona-Pandemie nicht spurlos vorbei. Wie sehr ihn diese Zeit belastet, ist ihm im Interview mit der HNA deutlich anzumerken.

Wie sieht denn Ihr Arbeitstag während der Coronakrise aus?

Ich arbeite derzeit nur drei bis vier Stunden drei Tage pro Woche. Ich rede viel mit Frank (BG-Geschäftsführer Meinertshagen/d. Red.) über die momentane Situation, wie wir mit dieser umgehen, wie wir die Mannschaft für die kommende Saison bauen. Wir können aber nicht viel tun, müssen uns dennoch auf dem Spielermarkt orientieren. Ich schaue viele Spiele aus anderen Ligen.

Arbeiten Sie auch in Kurzarbeit und nehmen so dann ja auch finanzielle Einbußen hin?

Ja.

Welche Spieler sind denn noch hier in Göttingen?

Außer Alex Ruoff, Kyan Anderson und Dylan Osetkowski sind sonst alle Spieler hiergeblieben.

Was ist für Sie das Schlimmste in dieser Krise?

Das Schlimmste ist, dass Menschen sterben. Man muss aber dennoch die Ökonomie beachten. Es sind ja nicht nur die Menschen, die am Virus erkrankt sind. Es sind die vielen, die derzeit nicht arbeiten können, ihre Geschäfte nicht öffnen können, diese müssen auch unterstützt werden – das ist genauso wichtig.

Hatten Sie schon einmal eine solche Situation, in der man plant, aber nicht weiß, ob am Ende diese Planung aufgeht?

Nein, Ich kann heute eine Planung machen. Und am Montag muss ich dann möglicherweise eine andere Entscheidung treffen, da meine Planung ja doch meist in die Zukunft weist, aber wer kann denn heutzutage sagen, wie die Zukunft morgen oder in einem Monat aussehen wird? Man muss viel Geduld haben, denn häufig müssen Planungen wieder umgeworfen werden.

Was halten Sie von der Idee der BBL-Verantwortlichen, die derzeit unterbrochene Saison an drei Standorten zu Ende spielen zu lassen?

Ich finde das eine gute Idee. Damit können wir ein Zeichen setzen für den Basketball zusammen mit dem Fußball: Wir wollen spielen! Wir würden ja nicht nur für die Liga spielen, denn es sind unter anderem die Sponsoren betroffen. Wir müssen auch sichtbar bleiben für die Fans. Wäre doch schön, wenn da dann diese Spiele ohne Zuschauer im Fernsehen übertragen werden, also nicht nur Spiele aus der Konserve.

Geisterspiele sind nun einmal etwas Besonderes.

Solche Spiele habe ich natürlich auch noch nicht erlebt. Der sportliche Aspekt ist dadurch gemindert, weil man lange nicht gemeinsam trainiert hat. Die Mannschaften würden anders aussehen, aber wir haben natürlich einen Job zu erledigen.

Würden denn bei Wiederaufnahme des Spielbetriebes Anderson, Ruoff und Osetkowski zurückkehren?

Na ja, wir müssen schauen, was finanziell möglich ist. Wir haben mit den drei Spielern die Option, dass sie zurückkommen und wir sie wieder unter Vertrag nehmen. Ich beschäftige mich erst damit, wenn es so weit ist, zumal ja auch nicht sicher ist, ob die drei die USA verlassen und so nach Deutschland einreisen dürfen.

Nun ist ja auch nicht sicher, ob die neue Saison im Oktober normal und dann auch wieder mit Zuschauern losgehen kann.

Vielleicht kann man dann nur mit Kindern als Zuschauer spielen, weil – wie ich von Experten aus Holland höre – Kinder das Virus zwar übertragen können, aber nicht krank werden. Das wäre also eine Option, die ersten Spiele nur vor Kindern zu spielen. Man hätte Publikum, man hätte Einnahmen. Man muss jetzt Lösungen finden.  gsd

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