Sieben Dreier, 35 Punkte: „Rush-Hour“ zahlte sich für BG nicht aus

Mit dem Ball unterm Arm: BG-Spielmacher Michael Stockton (links) setzt sich gegen Bayerns Nihad Djedovic durch. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Sechs Minuten vor Schluss dröhnte dann doch der Klassiker durch die S-Arena: „Zieht den Bayern die Lederhosen aus!“, brüllten die Fans der BG Göttingen unter den 3125 Zuschauern aus Leibeskräften.

56:59 stand es, und die Bayern waren tatsächlich kurz davor, in Unterhosen dazustehen. Und der Orkan der Veilchen-Anhänger schwoll sogar noch mehr an, als Brion Rush 3:55 Minuten vor Schluss erstmals zum 63:63 und 1:37 vor der Sirene zum 66:66 ausglich. Am Ende behielten die Bayern die Lederhosen an und retteten sich dank ihrer Cleverness noch zu einem 78:72 (42:34)-Sieg in Göttingen. Da half den BGern auch die ensationelle „Rush-Hour“ nicht: Neuzugang Brion Rush

(32) traf starke sieben Dreier und kam auf 35 Punkte - Saisonrekord in der BBL!

„Unglaublich, wie er und Michael Stockton die Göttinger Mannschaft geführt haben“, zollte selbst Bayern-Coach Aleksandar Djordjevic Anerkennung. Doch bei allem Jubel um Rush und Stockton: Auch nach dem dritten Spiel stehen die Veilchen ohne Punkte da. Sie waren zwar der „Sieger der Herzen“ bei den eigenen Fans, die das starke Comeback der BG nach einem völlig verschlafenen Start (4:20) mit „Super-Göttingen-olé“-Gesängen weit nach Spielschluss feierten.

„Im ersten Viertel haben wir nicht mitgehalten“, sagte BG-Coach Johan Roijakkers. Erst danach habe man die Leute für dieses Level gefunden. „Wir brauchen mehr Leute, die sich zeigen.“ Im zweiten Viertel begann Rush seine Ein-Mann-Show mit fünf Dreiern, brachte sein Team auf 31:33 heran. 22 Punkte in der ersten Halbzeit, nur Nico Simon und Joanic Grüttner (je drei) trafen neben Rush. So schön die „Rush-Hour“ auch war: Teamleistung geht anders.

Bemerkenswert aber, wie die BGer dem bayrischen Star-Ensemble auch nach der Pause Paroli bot, mit letztem Einsatz kämpfte und nun auch die anderen Spieler in Erscheinung traten. Vor allem eben Stockton, am Ende zweitbester Scorer (15). 50:59 nach 30 Minuten, und dann dieser Krimi im Schlussdurchgang!

Kleinigkeiten und auch einige zweifelhafte Schiri-Entscheidungen sorgten für den Bayern-Sieg. Während bei der BG nur sechs Akteure punkteten, war bei München nur einer nicht erfolgreich.

Erster Einsatz für ein Trio

Erfreulich bei der BG neben beiden Protagonisten die ersten Einsätze von Nico Simon sowie des Center-Duos Darius Carter und Dennis Kramer. Simon (zehn Zähler) habe im Training seine Chance genutzt, sagte Roijakkers. Bei Carter (27:20 min.) war die noch fehlende Bindung nicht zu übersehen. Der BG-Coach: „Die Spieler entscheiden selbst über ihre Spielzeit.“ Im Fokus stand aber natürlich Brion Rush: „Ein großartiger Spieler, sehr erfahren. Wir arbeiten noch an seiner Fitness“, so Roijakkers. BG-Chef Frank Meinertshagen: „Wir müssen die guten Auftritte jetzt aber auch mal in Siege ummünzen und den Kopf oben behalten.“ (gsd)

Trikot-Theater vor dem Spielbeginn

Ungewöhnlich für ein Heimspiel der BG: Die Göttinger machten sich in ihrem weißen Auswärts-Dress warm. Dahinter steckte eine Story: Der FC Bayern ließ sich von der BBL nur zwei dunkle Trikot-Sätze in ganz Rot und in ganz Grau (wie beim BG-Spiel) genehmigen. Den TV-Experten (TelekomSport und ARD-Sportschau) waren aber bei Grau und BG-Lila die Unterscheidungsmerkmale zu gering. Deshalb baten sie die Göttinger, auf ihren Lila-Heimdress zu verzichten und in den weißen Auswärtsklamotten anzutreten. Für die internationalen Spiele hat der FC Bayern zwar einen weißen Trikot-Satz, doch der ist wegen unterschiedlicher Werbung national nicht einsetzbar. Schon komisch, dass die BBL den Münchenern zwei dunke Trikot-Sätze genehmigt hat.

Unter den Fans war diesmal auch Harper Kamp (noch ohne Klub) mit seiner Mutterfreuden entgegen sehenden Freundin Tabea. In der Halbzeitpause wurden er und der Ex-BGer Dominic Bahiense de Mello von TelekomSport interviewt.

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