Spannung hoch drei: Playoffs für BG-Männer jetzt wieder drin

Nach so einer starken Leistung wie bei den Dragons muss man doch keine Schnute ziehen: Göttingens „Zauberzwerg“ Khalid El-Amin. Foto: dpa

Quakenbrück. Johan Roijakkers gab sich auch in dieser Stunde des Triumphs wieder einmal so, wie man ihn nun schon seit fast drei kompletten Spielzeiten kennt. Der Meister des Understatements blieb auch nach dem starken 84:73 (45:35)-Sieg der BG Göttingen bei den Artland Dragons Quakenbrück cool und nüchtern bis in die Haarspitzen.

Nach diesem bereits neunten Auswärtssieg in dieser Bundesliga-Saison, der den Veilchen alle Chancen im Kampf um den Einzug in die begehrten Playoffs lässt, tat der Niederländer so, als ginge ihn das alles gar nichts an. „Die Playoffs interessieren mich nicht. Sind nur mehr Arbeit für mich, muss ja sowieso schon fast alles allein machen“, meinte er mit dem ihm eigenen süffisanten Lächeln auf dem Lippen. Nicht unclever, denn so versucht er, den Druck von seiner Mannschaft zu nehmen.

Foto-Finish in Aussicht

Der ist nämlich jetzt zweifellos da. Denn in den letzten drei Spielen wird sich nun erst klären, wer den zu den Playoffs berechtigenden achten Platz (um den es wohl nur noch geht) noch belegen kann. Ein Foto-Finish steht in Aussicht. Die BG erwartet nächsten Freitag (20 Uhr) noch den Niedersachsen-Rivalen Braunschweig – ein hochbrisantes Match! Am nächsten Sonntag (17 Uhr) geht’s zum MBC nach Weißenfels – die zweitkürzeste Auswärtstour. Schon ist von mehr als 200 Veilchen-Fans die Rede, die mit zu den Sachsen-Anhaltinern mitfahren wollen. Und zum Abschluss folgt die Partie gegen Ex-Coach John Patrick mit seinen Ludwigsburgern – auch noch brisant und vor allem pikant.

Dass es nun drei Endspiele um die Playoffs geben wird, liegt daran, dass das Roijakkers-Team die zwei mauen Leistungen in Bremerhaven und gegen Crailsheim mit der guten und starken Vorstellung in der Artland-Arena vergessen machte. „Dass das Team eine gute Reaktion auf das Crailsheim-Spiel gezeigt hat, freut mich am meisten nach der harten Niederlage gegen die Merlins“, war der BG-Coach zufrieden. „Das war ein unglaublicher Sieg für uns. El-Amin hat im zweiten Viertel den Unterschied gemacht, dann haben wir die Führung gehalten“, analysierte Roijakkers.

Nur sieben Ballverluste der BG

„Zauberzwerg“ Khalid El-Amin war (in Abwesenheit von seinem verletzten Dragons-Pendant David Holston) in der Tat der „Man of the Match“. Nach null Punkten im ersten Viertel und zwei versemmelten Freiwürfen schenkte der BG-Pointguard Quakenbrück im zweiten Viertel starke 17 Zähler ein. Da sah man, wie viel internationale Erfahrung, Cleverness und Abgebrühtheit der Spielmacher (24 Punkte) besitzt. „Wir werden ihn nicht halten können, er ist zu teuer“, dämpfte der BG-Trainer gleich wieder. Typisch Johan Roijakkers eben!

Wie ein Häufchen Elend saß Artland-Coach Tyron McCoy bei der Pressekonferenz. Die Drachen konnten kaum Feuer spucken, mit ihrer starken Zonenverteidigung erstickten die BGer aufflammende Aktivitäten der Dragons. „Das war ein wichtiges Spiel für beide Teams, aber wir haben enttäuscht.“ Die BG leistete sich nur sieben Ballverluste („turnovers“) – für sie rekordverdächtig wenige. Da spielte es auch keine Rolle, dass die Göttinger das Rebound-Duell 34:44 verloren, wobei sich Artland satte 18 Offensiv-Abpraller sicherte – auch dank des 129-Kilo-Hünen Kenny Frease.

So hat sich die BG alle Chancen auf die Endrunde offen gehalten. Bei den Veilchen bleibt es weiter spannend. Was wollen alle Veilchen-Fans mehr? (gsd)

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