Basketball: Göttinger Mathematiker erstellte die neuen Bundesliga-Termine für 2011/12

Der Spielplan-Professor

Hoch das rechte Bein: Mit vollem und unkonventionellem Körpereinsatz verteidigt Frankfurts Roger Powell (vorn) gegen BG-Center Jason Boone Rechts Robertson, links Bahiense de Mello. Foto: Jelinek

Göttingen. In der Basketball-Bundesliga hat gerade die heiße Phase begonnen: Am vergangenen Samstag starteten die Viertelfinal-Playoffs, morgen (20 Uhr) bestreitet die BG Göttingen ihr erstes „Heimspiel“ in der Kasseler Rothenbachhalle gegen die Frankfurt Skyliners. Für die Veilchen geht es darum, mit einem Sieg die zweite Heimpartie (11. Mai in der Lokhalle) perfekt zu machen - auch aus finanziellen Gründen wegen der zusätzlichen Einnahme.

Obwohl sich derzeit alles um die Playoffs dreht, wirft die kommende Saison aber schon ihre Schatten voraus. Gestern veröffentlichte die Basketball-Bundesliga GmbH in Köln den Spielplan 2011/12 - entworfen von einem Göttinger Professor. Zum ersten Mal ließ die BBL dieses äußerst komplizierte Konstrukt von Prof. Dr. Stephan Westphal (34) erstellen.

Der Oldenburger ist am „Institut für numerische und angewandte Mathematik“ tätig und berät seit drei Jahren auch die Deutsche Fußball-Liga (DFL) bei ihren Spielplänen. Den neuen BBL-Plan hat Westphal jetzt nach dem mathematischen Verfahren aus dem Bereich der „Kombinatorischen Optimierung“ errechnet.

Wichtig waren dabei: Hallenverfügbarkeit, ausgewogene Verteilung der Heim- und Auswärtsspielen, Klubwünsche, ein neuer Derby-Spieltag (2. Januar 2012), wenige Wochentagsspiele. „Für 34 Spieltage haben wir aber nur 30 Wochen zur Verfügung“, erklärt der Mathematik-Professor. So gibt es eben doch vier Dienstag-/Mittwochspieltage.

Verzichtet wurde beim neuen Spielplan auf das althergebrachte System, dass sich die Vorrunde (Spieltage 1 bis 17) umgekehrt in der Rückrunde (Spieltage 18 bis 34) wiederholt. Unter den erwähnten Vorbedingungen könne es, so Westphal, „keinen klassischen Spielplan geben“. Überhaupt gebe es mehr mögliche Spielpläne als Atome im Universum. Selbst die schnellsten Hochleistungs-Computer bräuchten Tausende von Jahre, um diese alle einzeln zu betrachten. Für den neuen Plan wurden, so Westphal weiter, modernste mathematische Verfahren verwendet, die sonst zur optimalen Steuerung von Industrieanlagen oder beim Design von Telekommunikationsnetzen eingesetzt werden. Eine „sehr komplexe Angelegenheit“, sagt auch BBL-Geschäftsführer Jan Pommer, der durch einen Zeitungsartikel auf Westphal aufmerksam wurde.

Der Mathematiker, der zuvor an der Uni Kaiserslautern tätig war, wohnt erst seit einem halben Jahr in Göttingen. Mit Ehefrau Katrin war er schon viermal bei der BG, zuletzt gegen Berlin. Für die neue Serie hat er den Veilchen einen „Hammer-Start“ (3. Oktober) in Bamberg beschert. Nach Ludwigsburg kommt im zweiten Heimspiel schon der mit Spannung erwartete Aufsteiger FC Bayern München. Beim neuen „Derby-Spieltag“ ist Braunschweig am 2. Januar 2012 zu Gast in Göttingen. (gsd) Foto: nh

Von Helmut Anschütz

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