2. Basketball-Bundesliga: BG-Vertriebsleiterin Anna Jäger geht für Oberligist SC Weende auf Korbjagd

Bei BG spielt die „Chefin“ selbst

Auf Korbjagd: Anna Jäger, die Vertriebsleiterin bei den Veilchen, spielt beim SC Weende in der Frauen-Oberliga.

Göttingen. Die Profis von Basketball-Zweitligist BG Göttingen marschieren Richtung Playoffs – da gibt es wenig zu meckern. Doch nicht nur sie verstehen ihr (im wahrsten Sinne des Wortes) „Handwerk“. Auch die beiden wichtigsten Personen aus der Führungsetage können (oder konnten) Basketball spielen.

Derzeit spielt bei der BG die „Chefin“ sogar selbst: Anna Jäger, die Vertriebsleiterin bei den Veilchen, geht für den SC Weende in der Frauen-Oberliga auf Korbjagd. Kann so schlecht nicht sein, denn die Weenderinnen stehen auf Tabellenplatz zwei

Bei Frank Meinertshagen sind die aktiven Zeiten schon ein paar Tage her. Wenn der Geschäftsführer der „Pro Basketball Göttingen GmbH“ von „seinem“ Sport redet, weiß er, worüber er spricht. Denn einst kämpfte er selbst für den TK Hannover und später die Hannover Flyers um Körbe und Siege, ehe er seine Karriere bei der BG beendete.

Blau-weißes Blut in den Adern

Anna Jäger hatte am 1. März 2012 ihren ersten Arbeitstag in Göttingen, erlebte den Absturz der Veilchen aus der Bundesliga hautnah mit. Neben Alt- und Neu-Gesellschafter Steffen Lütjen ist sie die einzige, die von der „alten BG“ übrig blieb. Die aus Gelsenkirchen-Buer stammende Jäger kam über ihren Sportlehrer Hubert Beck (Trainer des Schalker Teams) zum Basketball, spielte später für die Hertener Löwen, Citybasket Recklinghausen und zuletzt bei Phoenix und dem TSV Hagen 1860. Bei Männer-Bundesligist Phoenix Hagen sammelte sie auch ihre ersten Management-Erfahrungen. Der Kontakt nach Göttingen kam bei BBL-Tagungen über Ex-Geschäftsführer Marc Franz und Steffen Lütjen zustande.

Apropos erster Arbeitstag: „An dem teilte Marc Franz bei einem Sponsorentreffen mit, dass er aufhört“, erinnert sich Anna Jäger, die freimütig bekennt, das „blau-weiße Schalke-Gen“ zu haben – die Affinität zum Kult-Klub ist für jede(n) Gelsenkirchener(in) eben etwas Besonderes. „Ich bin 500 Meter neben dem alten Parkstadion groß geworden“, lächelt Jäger. Übrigens: Nationaltorwart Manuel Neuer zählt zu ihrem erweiterten Freundeskreis.

Zurück zur BG. Gesellschafter Lütjen bewegte sie später dazu, bei den Veilchen zu bleiben – trotz der BG-Pleite und dem damit verbundenen Chaos. „Ich bin nicht der Typ, der den Kopf in den Sand steckt“, sagt Anna Jäger. Zeit für Trübsinn blieb nicht, handeln war gefragt! „Ich hatte gar keine Zeit, mir Gedanken zu machen“, blickt sie zurück auf „transparente Gespräche“ mit den neuen BG-Gesellschaftern. Schnell sei eine „neue Vertrauensbasis“ vorhanden gewesen, am 4. Mai war klar, dass es weitergeht bei der BG. Eine besondere Erinnerung hat sie an ihren 26. Geburtstag am 19. Juni vergangenen Jahres: „Da haben wir das Teilnahmerecht für die 2. Liga erhalten.“

Die eigene sportliche Aktivität für den SCW sei jetzt ein „guter Ausgleich“. Dafür lässt Anna Jäger am Sonntag auch das Zweitliga-Spiel in Düsseldorf sausen. In Celle steht für Weende ein Spiel im Niedersachsenpokal bevor. (gsd/nh)

Von Helmut Anschütz

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