Auf den Spuren von Kati Witt

In lustigen T-Shirts: Die zwei netten Küchen-Feen Brigitte und Simone beim Basketball Final Four in Chemnitz. Foto: gsd

Die Tour nach Chemnitz – sie war auch ein kleiner Ausflug in die DDR-Vergangenheit. Die 1953 von der SED in Karl-Marx-Stadt umbenannte Sachsen-Metropole hatte 2016 gut 246 000 Einwohner. Allen Sportinteressierten dürfte sie als (Trainings-)Heimat von Eislauf-Star Katharina Witt bekannt sein. Das verriet zum Beispiel auch Brigitte, die oberhalb des Eingangsbereichs der Richard-Hartmann-Halle zusammen mit Simone Nudeln mit Tomatensoße verkaufte. Für das Final Four hatten alle Chemnitzer Helfer übrigens ein rotes T-Shirt mit dem Aufdruck „Nach 875 Jahren das erste Mal: Das Final Four in Chemnitz“ an – nette Idee.

Brigitte verriet ebenso, das die örtlichen „ChemCats“ nicht in der Richard-Hartmann-Halle spielen, sondern in der nicht weit entfernten Schlossteichhalle. „Die ist kleiner und familiärer“, meinte die nette Küchen-Fee. In der großen Arena sind sonst die Zweitliga-Männer (Pro A) der „Niners Chemnitz“ ansässig, gegen die die BG-Männer einst zu Zweitliga-Zeiten spielten. Die Chemnitzer Männer spielten am Samstag in Nürnberg, verloren dort 73:90. Als Zehnter ist die Playoff-Qualifikation kaum noch drin.

Bei allem rührigen Bemühen: Der Organisationsgrad ließ doch etwas zu wünschen übrig. Ging der Ball an den Stirnseiten ins Aus, waren keine Ballkinder da. Die Schiedsrichter mussten sich die Bälle selber zurückholen. Im Live-Stream auf der DBBL-Seite fehlten erneut die Inserts mit den Spielständen. Und die Sprecher kommentierten zum Beispiel das Spiel um Platz drei einseitig fast nur aus Chemnitz-Sicht Ein Manko, das es auch bei vielen Bundesliga-Spielen zuvor gab.

Dass die Sachsen ein selbstbewusstes und vielleicht auch eigenes Völkchen sind, ist sicher nichts Neues. Dass aber vor den Tischen am Kampfgericht das sächsische Landeswappen prangte, war indes eher ungewöhnlich.

Auch wenn sie erneut nicht spielen konnte, war Katarina Flasarova mit nach Chemnitz gefahren. In Zivil unterstützte „Kat“, die wegen einer Gesäßprellung nicht auflaufen konnte, ihre Mannschaft nach Kräften. Gesundheitlich angeschlagen war auch Jenny Crowder. Trotz heftiger Erkältung stellte sich die Tochter von BG-Ladies-Chef Richard Crowder in den Dienst ihrer Mannschaft, brachte nach dem Halbfinale aber kaum einen Ton hervor. Am Sonntag war sie im Spiel besser drauf.

Mit mehreren Kleinbussen waren die 30 Fans der Veilchen-Ladies mitgefahren, trommelten mit den Wasserburg-Anhängern um die Wette. Die meisten blieben über Nacht. Am Samstagabend gab es im Dorint-Hotel in der 26. Etage noch eine zünftige Fan-Feier. So ein Final Four-Turnier gibt es eben auch nicht alle Tage. (gsd)

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