BG Göttingen fast 2900 Kilometer entfernt bei Armia Tiflis zu Gast

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Feuertaufe: Göttingens Spielmacher Kwadzo Ahelegbe (rechts, hier gegen Bremerhavens Terrell Everett) absolviert wie alle anderen BGer heute sein erstes Spiel auf europäischer Ebene. Nur Louis Dale spielte schon in der EuroChallenge.

Göttingen. Von mangelnder Erfahrung kann man insgesamt nicht sprechen. In den vergangenen beiden Spielzeiten hat die BG Göttingen bereits 30 Spiele im Europapokal absolviert, dabei am 2. Mai 2010 ihren bislang größten Triumph überhaupt gefeiert.

Sieg in der EuroChallenge, dem dritthöchsten der drei europäischen Wettbewerbe. Dadurch qualifizierte sie sich automatisch für den Eurocup, in dem sie vergangene Saison als letzte deutsche Mannschaft erst im Viertelfinale ausschied und die Basketball-Bundesliga glänzend vertrat.

Nun starten die Veilchen, die in der Bundesliga nach der Niederlage gegen Bonn auf den letzten Platz abgerutscht sind, mit einem jungen, unerfahrenen Team im dritten Jahr in Folge auf europäischer Ebene. Der erste Trip ist eine Mammut-Reise: Das Euro-Debüt 2011 steigt bei Armia Tiflis, einem Armeesportklub in der georgischen Hauptstadt. Entfernung Luftlinie 2847 Kilometer. Mit dem Auto bräuchte man laut Google Maps für die 5301 Straßen-Kilometer zwei Tage und 15 Stunden. Selbst mit dem Flugzeug beträgt die Flugzeit knapp vier Stunden.

Am Montagmorgen um 4 Uhr Tiflis-Zeit landete die BG in der Millionenstadt am Kaukasus. Um nicht unter der Zeitverschiebung (drei Stunden weiter als Göttingen) zu leiden, reiste der Tross schon am Sonntagabend ab. „Der Flug war gut und pünktlich“, berichtete Sportdirektor Jan Schiecke gestern Nachmittag aus Tiflis, wo die BG im Schneeregen landete. Das Team um Chefcoach Stefan Mienack wohnt direkt gegenüber der Arena im Holiday Inn an einer sechsspurigen Straße ohne jegliche Ampeln. Schiecke: „Der Verkehr ist unglaublich.“

Die Arena ist ein „Dome“ mit imposanter Metallkuppel – und ausverkauft. 9000 Georgier werden das Armia-Domizil heute ab 15 Uhr Göttingen-Zeit (18 Uhr Ortszeit) in einen Hexenkessel verwandeln. Eine Feuertaufe für das junge BG-Team, in dem die Talente Vitalis Chikoko und David Markert erneut Marco Grimaldi und Kyle Bailey (wegen der Unfall-Tragödie) ersetzen.

Gestern um 12.30 Uhr und 20 Uhr trainierte die BG in der Riesenhalle. Schiecke: „Wir sind vom Flughafen die Hauptverkehrsstraße in die Stadt gefahren, da sah man, wie kulturträchtig und architektonisch schön Tiflis ist. Und die Menschen sind alle sehr freundlich.“ Tiflis ist aber nur der Auftakt: Nächsten Dienstag kommt ZZ Leiden (Holland) zur BG. Dritter Gegner ist Besiktas Istanbul. (haz/gsd)

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