Alba führte in Göttingen nicht ein einziges Mal.

Basketball-Hammer der BG Göttingen: Veilchen verputzen Alba Berlin mit 91:85

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Und er setzt sich wieder durch: Göttingens Spielmacher und Kapitän Michael Stockton (am Ball) tanzt Berlins Isländer Martin Hermannsson (links), den Litauer Rokas Giedraitis und den Kameruner Landry Nnoko (35) aus. 

Die BG Göttingen hat in der Basketball-Bundesliga für einen Paukenschlag gesorgt: Die Veilchen gewannen in eigener Halle sensationell mit 91:85 gegen die Spitzenmannschaft Alba Berlin.

Was für ein Abend für die BG Göttingen! Vor mit 3447 Zuschauern ausverkauftem Haus putzten die Veilchen in der Basketball-Bundesliga Alba Berlin weg, gewannen 91:85 und feierten damit den bereits siebten Saisonsieg. Mit diesem Sensations-Erfolg hatte niemand gerechnet. Göttingen war für die Albatrosse diesmal keine Reise wert. Für die BG war es eine absolute Sternstunde!

Aber auch das erstmal noch: Neben Darius Carter (Nasenbeinbruch) musste die BG gegen die Berliner auch noch auf Dennis Kramer verzichten. Der 2,09-m-Center war am Donnerstag im Training umgeknickt, saß neben Carter auf der Bank. Oh, wie bitter – BG!

Doch die Fans konnten im ersten Viertel nicht ihren Augen trauen. Die Veilchen legten einen Bilderbuchstart hin und gingen durch Michael Stockton, Joanic Grüttner, Derek Willis und erneut Grüttner, der in der Starting five stand, in Front. Von Alba, dem haushohen Favoriten, war da wenig zu sehen. Die Göttinger agierten äußerst selbstbewusst und zeigten den Berlinern, was eine Harke ist. 

Andric legte den nächsten Dreier nach, die Zuschauer rieben sich beim 12:6 verwundert die Augen. Zwar glichen die Albatrosse zum 14:14 aus, doch davon ließ sich die BG nicht beeindrucken. Klasse, wie sie reagierte: Mit einem 13:2-Lauf schraubte sie das Ergebnis auf 27:16 hoch. Was für ein Auftaktviertel, nachdem es gegen Bayern am Dienstag noch hoch verloren ging.

Es lief wie geschmiert

Und auch im zweiten Abschnitt ging es munter weiter für die BG. Penny Williams erhöhte, Alba-Nationalspieler Joschiko Saibou konterte per Dreier, doch Grüttner schmiss den Ball auch von jenseits des Perimeters zum 32:19 rein – klasse! Die Veilchen blühten weiter auf, Stockton per Korbleger zum 37:23, es lief weiter nach Wunsch für das Roijakkers-Team. Der Berliner EuroCup-Viertelfinalist in spe hatte zu kämpfen – und hatte sich diese Partie wohl kaum so schwer vorgestellt. Dominic Lockhart schmuggelte einen Abpraller zum 41:26 rein.

Danach kam etwas Sand ins BG-Getriebe – auch kaum ein Wunder gegen Berlins Star-Ensemble (gerade ins Pokalfinale eingezogen), weil auch die Gäste in der Defensive auf eine 3:2-Zone umgestellt hatten, auf die die BG ihrerseits in der Offensive nicht reagierte.

Zwar traf Stockton mit Göttingens siebtem Dreier zum 48:36, doch bis zur Pause konnte das Team vom spanischen Alba-Coach Aito Garcia Reneses noch auf 44:50 verkürzen. Die entscheidende Zahl im Halbzeit-Scouting: Die BG hatte superstarke 80 Prozent Zweier getroffen, was zur Gesamtwurf-Quote von ebenso bemerkenswerten 59 Prozent führte.

Michael Stockton eröffnete die zweite Halbzeit mit dem nächsten Dreier, doch der BG-Vorsprung schwand nun zusehends. In der 24. Minute kassierte Willis schon sein 4. Foul, eine Schwächung für die BG. Willis musste sich nun zurückhalten, um nicht vorzeitig auszuscheiden. Es wurde jetzt kritisch und beim 61:61 hatten die Berliner erst zum zweiten Mal überhaupt den Ausgleich geschafft. Aber die BG blieb am Drücker! Andric traf dreimal und sorgte so für die 69:64-Führung nach 30 Minuten. Die Göttinger einfach weiter Veilchen-stark!

Grüttner ganz stark

Aber sie passten nicht auf Berlins Litauer Rokas Giedraitis auf. Nach Grüttners drittem Dreier zu Beginn des Schlussdurchgangs netzte er zweimal in Folge ein, brachte Alba auf 70:72 heran. Sollte die Partie doch noch kippen?

Nein! Aber die restlichen Minuten wurden schließlich zum Krimi. Auch Willis kassierte sein 4. Foul. Bitter! Doch die BG schaffte es, keinen Spieler vorzeitig zu verlieren. Immer wieder sprang auch der überragende Grüttner in die Bresche, der auf seine Allzeit-Bundesliga-Bestmarke von 15 Punkten kam.

In der „Crunch-time“ waren es jedoch wieder der ebenso starke Willis per Dreier zum 87:80 sowie Andric und Lockhart, die mit je zwei verwandelten Freiwürfen den nie und nimmer erwarteten Sensationssieg sicherten. Coach Roijakkers: „Unglaublich, mit nur acht eingesetzten Spielern gegen Berlin zu gewinnen! Unsere Fans waren fantastisch, wir brauchen diese Unterstützung als Mannschaft.“ Übrigens: Alba führte bei der BG nicht ein einziges Mal. Und Alba-Coach Aito kam erst mit Riesen-Verspätung zur Pressekonferenz. Schwaches Bild! Dem Jubel der BG tat dies indes keinen Abbruch.

BG: Lockhart 15, Albrecht, Williams 11/davon 2 Dreier, Andric 13/1, Mönninghoff, Stockton 22/2, Larysz, Willis 11/3, Haukohl 4, Grüttner 15/3.

Berlins erfolgreichste Werfer: Hermannsson 19/4, Giedraitis 21/5, Peno 10.  haz/wg-gsd

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