Strafaktion von BG-Trainer Roijakkers gegen seine US-Boys

Einziger starker Göttinger US-Spieler: Michael Stockton, der 40 Minuten durchspielte und 19 Punkte erzielte. Hinten Albas Giffey und Clifford. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Hinterher nahm Johan Roijakkers kein Blatt vor den Mund und wurde überaus deutlich. Der Trainer der BG Göttingen zur verdienten 69:88-Niederlage am Freitag gegen Alba Berlin: „Wir haben zwei verschiedene Teams gesehen. Eines hatte keine Lust, das zweite hat in der zweiten Halbzeit wie Göttingen gespielt. Unsere teuren Ausländer, die viel Geld kriegen, müssen sich den Arsch aufreißen. Das tut weh, aber das müssen sie lernen.“ Um dann noch nachzulegen: „Das braucht man im Abstiegskampf!“

Oha, das war harter Tobak vom Niederländer gegen die Amerikaner, von denen er gegen Berlin in der zweiten Halbzeit fünf fast komplett auf der Bank sitzen ließ. Das kann man durchaus als Strafaktion werten. Nur Michael Stockton, das neue Hirn der Veilchen, nahm Roijakkers ausdrücklich aus von seiner harten Kritik. Der Sohn von NBA-Legende John Stockton spielte die gesamten 40 Minuten durch, zeigte dabei jede Menge Power, die andere vermissen ließen – auch Brion Rush, der gegen München noch sensationelle 35 Punkte mit sieben Dreiern scorte. Die gute Kritik ist manchen wohl danach nicht bekommen.

40 Minuten von Stockton sind natürlich viel zu viel, so powert man auch ein Energiebündel aus. Das geht nicht lange gut. Roijakkers wiederholte seine Kritik vom Frankfurt-Spiel: Die Spieler können sich ihre Einsatzminuten verdienen mit viel herz, mit auf dem Boden tauchen.“ Am Beispiel des nicht eingesetzten Dennis Kramer verdeutlichte er nochmals: „Er ist ein guter Typ, aber er weiß als Big Man Nummer 5 von seinem Ex-Klub Oldenburg noch nicht, was es heißt, hart zu spielen.“

Was Roijakkers mit seiner Tirade offenbar anstoßen wollte, ist: Jetzt endlich aufwachen, BG!

Und was sagte nun Michael Stockton? „Alba hat sehr gut im dritten Viertel gespielt, wir nicht. Wir müssen einen weg finden, vier Viertel gut zu spielen.“ Wohl wahr!

Nach ordentlichem Start fing die BG-Misere nach 18 Minuten an: Von 30:32 zum Pausenstand von 34:41. Danach zog Alba durch einen 10:0-Lauf und eine 19:2-Serie weg – das war schon die Entscheidung.

Ex-Nationalspieler Ulli Frank mahnte anschließend zur Contenance: „Wir haben eine gute Truppe, sie muss sich aber weiter finden. Sie glaubte, gegen Alba mitspielen zu können, aber Berlin hat hart verteidigt und war in der Crunch-Time besser.“

Am Ende war aber auch Roijakkers noch bereit, versöhnlich zu sein: „Wir haben in den ersten Spielen doch schon gezeigt, dass wir gut spielen können.“ Auf die Schlüsse, die man bei der BG jetzt zieht, darf man gespannt sein. (haz/gsd)

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