Basketball-Bundesliga

Der Tagesablauf der BG Göttingen: Eistonne aus dem Baumarkt geholt

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Schreibtische statt Doppelbett: BG-Trainer Johan Roijakkers (rechts) und Assistent Hylke van der Zweep mit Laptops in ihrem „Büro“ im Münchner Leonardo-Hotel.

Seit vergangenem Donnerstagabend ist die BG Göttingen beim Finalturnier der Basketball-Bundesliga in München, wo zehn der 17 Erstliga-Teams um den Titel spielen. Als erste und einzige Liga in der Coronakrise derzeit weltweit.

Gespielt wird im FC Bayern-Domizil Audi-Dome, untergebracht sind die „Veilchen“ wie alle anderen Teams im abgeschotteten Leonardo-Hotel Royal, dort wohnen sonst auch Münchens Gegner aus der Euroleague. Was tut sich hinter den Hotel-Kulissen?

Göttingens PR-Managerin Birte Meyenberg und Athletiktrainer und Teammanager Domenik Theodorou beschreiben den Tagesablauf. Die BG ist mit 22 Personen angereist, ebenso viele Zimmer gibt es plus zwei Extra-Räume. Die haben die Göttinger umfunktioniert. „Wir haben die Betten entfernen lassen und ein Trainerbüro und einen Kraftraum eingerichtet“, beschreibt Theodorou, der auch der Fitmacher der BG-Spieler ist und von Chefcoach Roijakkers zuletzt sehr gelobt wurde für die gute Vorbereitung.

Statt Betten stehen jetzt Schreibtische in einem Zimmer samt Computer und Laptops. Theodorou: „Selbst Drucker und DIN-A4-Papier haben wir mitgebracht.“ Ganz wichtig ist auch die eigene Kaffeemaschine, damit man nicht immer die Hotelküche bemühen muss. Im zweiten Zimmer wird „gepumpt“. Hantelbank, ein dickes Tau, Gewichte – Bennet Hundt und Terry Allen haben die Geräte am meisten genutzt.

Völlig cool: Der Clou ist eine BG-eigene Eistonne im Saunabereich des Hotels, der eigentlich gesperrt ist. Theodorou: „Der Chef der Müchner Equipment-Firma ,perform better‘ hat uns eine 300-Liter-Tonne in einem Baumarkt besorgt. Alex Ruoff, Dennis Kramer, Mihajlo Andric und Hundt haben sie benutzt, um beschleunigt zu regenerieren.“

„Auch der Tagesablauf ist durchgetaktet“, informiert Birte Meyenberg. Die BG-Pressesprecherin kümmert sich um die tägliche Pressearbeit, bedient die Social-Media-Kanäle der Klubs. Sie gehört mit zum „aktiven Bereich“, wohnt mit im Spielerhotel und ist eine von nur wenigen Frauen (unter anderem auch Erstliga-Schiedsrichterin Anne Panther aus Rostock) im Spielerhotel.

Frühstück gab es um 8.15 Uhr, Mittagessen um 12.45 Uhr. Das Hotelpersonal richtet das Büfett an, verschwindet dann als „passiver Bereich“, um nicht mit den Spielern und Anhang („aktiver Bereich“) in Kontakt zu kommen. Von 14 bis 16 Uhr war Trainingszeit gebucht im FC Bayern-Campus, vom Hotel sind es etwa 20 Minuten Busfahrt in den Norden Münchens. Für 17.45 Uhr hat Coach Roijakkers die nächste Video-Zeit angesetzt, ehe es um 18.45 Uhr Abendessen gab. Roijakkers steht, so war zu vernehmen, sehr auf Lachs.

An den eigenen spielfreien Tagen schauen sich viele, nicht alle Spieler, in der Hotel-Lounge die Partien der Konkurrenz an. Von MagentaSport und Sport 1 schwirrt Reporter Sascha Bandermann mit Kameramann durch die Lobby, der Sender berichtet hautnah – am Montagabend zum Beispiel, wie Bennet Hundt, Mathis Mönninghoff und andere das Kartenspiel „Uno“ spielten.

Die Essenszeiten variieren aber wie alle weiteren Termine, hängen vom Beginn der Spiele ab. Informiert werden die Spieler über die interne BG-WhatsApp-Gruppe. „Zu Anfang war’s noch etwas holprig, jetzt läuft es aber gut“, sagt PR-Managerin Meyenberg zur Organisation. Theodorou bestätigt dies uneingeschränkt. Der Athletikcoach und Teammanager: „Lagerkoller gibt’s auch nicht. Das Gefühl, nur im Hotel zu sein, ebenso nicht. Wir haben genug zu tun.“ Und wenn es das Kaffee machen im Trainerbüro ist.   gsd

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