Trainer Roijakkers bleibt Realist: Kamps zwiespältiges BG-Debüt

Harper hat die Haare schön: BG-Rückkehrer Kamp (rechts) mit Locken und Stirnband im Power-Duell mit Ludwigsburgs Big Man Johannes Thiemann. Foto: Keppler/bf

GÖTTINGEN. Der vergangene Spieltag stand bei den beiden Basketball-Bundesligateams aus Göttingen ganz im Zeichen von Debüts. Bei den Männern feierte Harper Kamp ein gelungenes sportliches Comeback trotz der herben 61:93-Pleite seiner Mannschaft in Ludwigsburg. BG-Trainer Johan Roijakkers äußerte indes zwiespältige Gedanken.

Rückkehrer Harper Kamp spielte in Ludwigsburg 25:01 Minuten, wurde dabei nur von Brion Rush, Michael Stockton und Leon Williams übertroffen. Mit 19 Punkten war der Mann aus Arizona sogar der Topscorer nicht nur der BG, sondern beider Teams.

Bezeichnend sind zwei Fakten: Mit plus 21 war Kamp der effektivste Spieler der BG. Die Effektivität ergibt sich aus einer nicht ganz einfachen Berechnung von zehn statistischen Werten. In der Plus-/Minus-Statistik war er mit minus 6 Zweiter hinter Evan Smotrycz (minus 2). Dass Kamp bei seinem Debüt gleich die meisten Punkte erzielte, stellt dem weiteren Team eher kein gutes Zeugnis aus.

Eine Nummer zu groß

Was das Spiel bei John Patricks Schwaben noch offenbarte: Gegen Teams dieser Größenordnung vermag die BG nicht mitzuhalten. Die MHP Riesen waren mindestens eine Nummer zu groß. BG-Coach Roijakkers: „Das war wie erwartet, die waren zu stark für uns und haben auf einem anderen Niveau gespielt.“ Auch den guten Einstand von Kamp wollte er so nicht pauschal gelten lassen. Es gehe ums Gewinnen oder Verlieren, und man habe eben verloren. Roijakkers führte in diesem Zusammenhang auch wieder Grundsätzliches an: „Wir haben 300 000 Euro weniger Spieleretat.“ Daher sei insgesamt auch weniger Qualität vorhanden. Er könne den Spielern aber nicht böse sein. „Alle haben das gebracht, was man erwarten kann. Man muss da realistisch sein.“ Die BG habe sich vom ASC getrennt und hat jetzt das Trainingszentrum, das finanziert werden muss. Roijakkers: „Die Halle war nötig, aber das hat Folgen für die Qualität der Spieler.“ Vergangene Saison standen Akteure wie Ruoff und Eatherton in der Startformation – doch die sind jetzt weg.

So gilt für die BG-Männer die volle Konzentration auf das Schlüsselspiel am Samstag in Tübingen. Mit einem Sieg bleibt der Kontakt nach oben erhalten, bei einer Niederlage rutschen die Veilchen in den Kampf um den Klassenerhalt. Unglücklicherweise (aus BG-Sicht) verlor Tübingen mit dem neuen Trainer Mathias Fischer das Kellerduell in Bremerhaven, sodass die Walter Tigers im Heimspiel gegen Göttingen noch heißer auf ihren überhaupt ersten Saisonsieg sein werden. (haz/gsd-nh)

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