2. Basketball-Bundesliga Frauen: Sykora/Polonyiova nach nur einer Saison wieder weg

BG 74 trennt sich von Trainern

Nach gut einem Jahr schon wieder weg: Trainer Ondrej Sykora mit Co-Trainerin Zuzana Polonyiova und Kindern. Foto: zje/gsd-nh

Göttingen. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Wochen stoßen die BG 74 Veilchen Ladies an ihre Grenzen. Sportlich mussten sie den Panthers Osnabrück in drei heiß umkämpften Finals den Vortritt zur Basketball-Bundesliga der Frauen lassen. Und jetzt trennen sich auch noch die Wege von Klub und dem Trainergespann Ondrej Sykora und seiner Lebensgefährtin und Co-Trainerin Zuzana Polonyiova.

Der Hintergrund sind unterschiedliche Auffassungen über die Gestaltung der kommenden Saison. Sykora und Polonyiova wollten mehr Professionalität im und ums Team, doch der Mannschaft selbst erschien der Aufwand unter den Gegebenheiten, die nun mal eben bei den Veilchen Ladies herrschen, zu hoch. So gehen beide Seiten nun nach einer „geilen Saison“, so Richard Crowder (Geschäftsführer der Veilchen Ladies UG), auseinander.

„Keine Details zu den Gesprächen“, meinte Crowder am Dienstag. „Eine der schwersten Entscheidungen, die jemals treffen musste. Sie hat mir nächtelang keine Ruhe bereitet.“ Aber es habe eben wohl „eine andere Anspruchshaltung“ seitens des Trainerduos gegeben. „Einige Spielerinnen wollten wenig trainieren, er wollte am liebsten zweimal pro Tag trainieren“, so Crowder. Vollprofis waren indes allein die US-Girls Mo Smalls und Niki Jones. Die deutschen Spielerinnen waren dagegen eingespannt mit Schule/Studium, Nebenjob und oft zweimaligem Training pro Tag. „Sie waren überfordert“, sagt Crowder in einer Pressemitteilung, in der es weiter heißt: „Nicht zuletzt auch die stetige Suche nach Kompromissen hat zu erheblichen Differenzen zwischen Coach und Mannschaft im Laufe der Saison geführt.“

Crowder betonte, dass Sykora/Polonyiova wichtige Bausteine für die zweifellos herausragenden Erfolge der jüngst mit der Vizemeisterschaft beendeten Saison gewesen seien. Und dies mit einem deutlichen geringeren Etat als 2013/14. Der Ladies-Chef merkte weiterhin an, dass in Göttingen eben auch die Rahmenbedingungen im Damen-Basketball fehlen würden.

Sykora und Polonyiova betonten, sie hätten gern in Göttingen weitergearbeitet. Allein der sportliche Erfolg habe ihnen Recht gegeben – nicht nur in der 2. Liga.

Kerns-Comeback kein Thema

Wie geht’ nun weiter? Crowder: „Ich bin jetzt zum zweiten Mal mit diesem Thema beschäftigt und daher schon besser vernetzt. Wir werden ein Top-Coach finden. Göttingen hat einen guten Namen als Standort.“ Ex-Trainerin Jenn Kerns (gerade in Halle gegangen) stehe nicht zur Debatte. Und Crowder sagt noch eines: „Wir müssen uns weiter professionalisieren.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

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