Basketball-Bundesliga: Katastrophale erste Halbzeit beim 60:71 der BG Göttingen

Trier führt Veilchen vor

Chaos unterm gegnerischen Korb: Hier behindern sich die beiden BG-Spieler Philip Noch (li.) und Raymond Sykes gegenseitig - eine Szene mit Symbolcharakter. 2 Fotos: Jelinek

Göttingen. Nein, eine solch katastrophale Leistung, wie sie die BG Göttingen am Samstagabend in der ersten Halbzeit in der S-Arena gegen den TBB Trier geboten hatte, hat wohl noch niemand, der seit Jahren die Veilchen als Fan begleitet, miterleben müssen. Den Rückstand von 20 Punkten zur Pause mit dem 20:40 konnte das Team von Trainer Stefan Mienack nach dem Wechsel nicht mehr wettmachen und verlor nach dem 73:77 gegen den FC Bayern München auch ihr zweites Heimspiel mit 60:71.

Es war in der Tat zum Haare raufen. Lediglich zweimal fiel der Ball bei 16 Versuchen in die Reuse der Gäste aus Trier, die ihrerseits achtmal bei 15 Versuchen trafen und so die ersten zehn Minuten mit 18:7 für sich entscheiden konnten. Was Mienack auch versuchte, Zonen- oder Manndeckung, die Defensive der BGer glich einem Schweizer Käse, löchrig, fahrig ohne Mumm. Es kann nun wahrlich nicht sein, dass die Göttinger nach acht Minuten noch nicht ein Foul auswiesen und nach 20 Minuten lediglich drei Fouls.

Miserable Trefferquote der BG

Bis zum Seitenwechsel hatten die BGer eine unterirdische Trefferquote von 17 Prozent aufzuweisen (6 von 36 Versuchen). Zwar hatte Mienack nach der 63;77-Niederlage am vergangenen Mittwoch bei den Eisbären Bremerhaven gemeint, sein Team müsse sich in erster Linie über die Defensive definieren, doch wenn in der Offensive so gut wie nichts geht, nutzt auch die beste Abwehrarbeit nichts.

In den zweiten 20 Minuten konnte es dann ja nur besser werden, wurde es zeitweise, doch nie hatten die 2720 geduldigen Zuschauer das Gefühl, die Veilchen könnten diese Partie noch drehen. Auf nicht mehr elf Punkte konnten die BGer den Rückstand reduzieren. Denn immer wenn so etwas wie noch ein Fünkchen Hoffnung aufkeimte, wurde diese durch erneut viel zu hektische Aktionen im Keim erstickt.

Sykes mit Double-Double

Hatte Triers Nationalspieler noch in der ersten Halbzeit den Göttingern 14 Punkte eingeschenkt, nach dem Wechsel aber hatten die BGer ihn besser im Griff, wirbelte Maik Zirbes die Göttinger Defensive ein ums andere Mal durcheinander. Er war weder von Raymond Sykes noch von Roberto Mafra in seinem Aktionsradius einzuengen. Dennoch gehörte Center Sykes erneut zu den Aktivposten bei den Gastgebern, erzielte ein Double-Double (19 Punkte/11 Rebounds), doch ihm fehlte weitestgehend die Unterstützung von seinen Nebenleuten. Auch Damian Saunders bemühte sich, holte sieben Rebounds, hatte aber mit seinen Korblegern wenig Erfolg. Kämpferisch zeigte sich Marco Grimaldi, der in der Defensive viel arbeitete. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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