Trio ersetzt „Zauberzwerg“ bei der BG Göttingen 

Zwei der drei Göttinger „El-Amin-Aushilfen“ Alex Ruoff (links) und David Godbold, der gegen Bonns Tadas Klimavicius den Fuß wie ein Hochspringer bis auf Gesichtshöhe hochreißt. Foto: Jelinek

Göttingen. Auf zur zweitweitesten Auswärtsfahrt. Bis zu den Walter Tigers in die Universitätsstadt Tübingen sind es für die BG Göttingens schlappe 442 Kilometer.

Deshalb brechen die Veilchen auch bereits am Freitag zu den Schwaben auf, um am Samstag um 20.30 Uhr ausgeruht in der Paul-Horn-Arena antreten zu können. Nur nach München (über 500 km) ist es noch weiter gewesen.

Nach der herben Heimniederlage gegen den MBC bietet sich den Göttingern beim Tabellenvorletzten die Chance, einmal mehr ihre bisher bemerkenswerte Auswärtsstärke zu demonstrieren. Dreimal gewann das Team von Trainer Johan Roijakkers in fremden Hallen und setzte damit eine angenehme Duftmarke.

Die Walter Tigers um Coach Igor Perovic vermochten in eigener Halle erst zwei ihrer fünf Spiele zu gewinnen. Göttingens Niedersachsen-Nachbar Braunschweig servierten sie mit 93:76 ab, gegen BG-Mitaufsteiger Crailsheim siegten die Schwaben mit 91:78. Gegen Bonn, Bamberg und Ulm setzte es dagegen Heim-Niederlagen.

Mihailovic für Wallace

Enttäuschend verlief zuletzt Tübingens Auftritt in Frankfurt, das personell stark gehandicapt war. Das Perovic-Team unterlag 63:79, BBL-TV-Kommentator und Ex-Trainer Stefan Koch attestierte den Tigers dabei die Leistung eines Abstiegskandidaten. Gehandicapt ist Tübingen durch den Ausfall von Point Guard Jonathan Wallace (Schulter-Operation), für den Vladimir Mihailovic (zuletzt Oostende/Belgien) geholt wurde. Ihm fehlte zwangsläufig noch die Bindung zum Tigers-Team, aus dem ein großer, alter Mann herausragt: Aleksander Nadjfeji ist mit 38 Jahren die älteste BBL-Spieler, übertrifft aber viele jüngere meistens noch an Leistung. Mit seiner Riesen-Erfahrung ist der vorherige Münchener eine wichtige Säule bei den Tübingern, die im russischen 2,15 Meter-Center Anatoly Kashirov (115 kg) ihren längsten Akteur haben.

Wie Nadjfeji spielte der Deutsche Bogdan Radosavljevic einst beim FC Bayern, auch er sorgt mit 2,13 m für die Lufthoheit. Branislav Ratkovica ist als Tübinger Spielmacher schon länger bekannt. Das Ausländer-Kontingent der Tigers vervollständigen die US-Boys Michael Cuffee und Augustine Rubit sowie der Kanadier Nick Wiggins.

Ungewissheit um Mallett

Bei den Göttingern fehlt mit „Zauberzwerg“ Khalid El-Amin (Bauchmuskel-Probleme) erneut der einzige „gelernte“ Spielmacher. So muss Roijakkers im Ballvortrag wieder improvisieren. David Godbold, Dominik Bahiense de Mello und Alex Ruoff werden sich diesen Job teilen.

Jermaine Mallett hat sein Probetraining in Würzburg absolviert. Ob er nun beim Zweitliga-Spitzenreiter bleibt oder zur BG zurückkommt, war gestern noch offen. „Wenn er zurückkommt, spielt er für uns“, sagte Roijakkers. Dass Tübingen ein Abstiegskandidat sei, denkt der Niederländer nicht. Roijakkers: „Die Tigers haben eine gute Mischung aus jungen, talentierten Deutschen und erfahrenen Spielern wie Ratkovica, Cuffee und Nadjfeji.“ (haz/gsd) Foto: zje/nh

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