Basketball-Bundesliga: Fünfte Schlappe in Folge für BG Göttingen / 65:84 gegen Bonn

Veilchen jetzt Schlusslicht

Vertrauen des Trainers gerechtfertigt: Göttingens Center Roberto Marfa (am Ball) versucht, sich gegen Bonns Zvonko Buljan durchzusetzen. Der Brasilianer überzeugte als einer von wenigen. Foto: Jelinek

Göttingen. Nachdem sich Basketball-Bundesligist BG Göttingen dafür entschieden hatte, nach dem Unfalltod von Spielmacher Marco Grimaldis Angehörigen doch gegen die Telekom Baskets Bonn anzutreten, stand er gegen die Überraschungszweiten der BBL letztlich auf verlorenem Posten unterlag klar mit 65:84 (30:47) und fiel damit auf den letzten Platz zurück.

2405 Zuschauer anerkannten indes den außergewöhnlichen Auftritt der Mannschaft von Chefcoach Stefan Mienack und die Courage des Teams, die schwierige Situation zu meistern. Als am Ende die Halle in Stille verharrte und die legendäre englische Fußball-Hymne „You never walk alone“ erklang, lief es den Spielern beider Teams, Trainern und Zuschauern eiskalt den Rücken runter.

Auf dem Parkett konnten die nicht zum ersten Mal an die Grenzen ihrer Leistungsfähigkeit stoßenden BGer, die wie erwartet ohne die beiden Spielmacher Marco Grimaldi und Kyle Bailey angetreten waren, gegen das Topteam aus Bonn nur sechs Minuten mithalten und das Spiel ausgeglichen gestalten. Ab dem Dreier von Jared Jordan zum 11:8 für die Bonner liefen die Veilchen nur noch hinterher. Alles andere als zupass kam dem Mienack-Team dabei, dass der brasilianische Center Roberto Mafra schon 70 Sekunden zwei Fouls auf dem Konto hatte. Dennoch übertraf er seinen Center-Partner Raymond Sykes diesmal bei weitem.

Nur wenige zählten neben Mafra bei der BG zu den Aktivposten. Lediglich Louis Dale als Spielmacher, der einmal mehr Kwadzo Ahelegbe an Wirkung ausstach, und Paris Horne vermochten sich wiederholt ins Szene zu setzen.

Die anderen BG schienen irgendwie „verwachst“ oder ihre Wurfhände ungenau justiert zu haben. So war Damian Saunders zwar bester Rebounder (7), doch er traf nur drei seiner zwölf Versuche, warf mehrfach glatt daneben. Auch die beiden Deutschen Max Weber (längste Einsatzzeit mit gut 32 Minuten) und Philip Noch agierten ohne Fortune und erneut längst nicht mehr so stark wie zu Saisonbeginn.

Was das BG-Spiel aber hauptsächlich kennzeichnete, war die wiederum viel zu hohe Quote an eigenen Fehlern. 14 Ballverluste, kopflose Aktionen statt clever wie Bonn mit Köpfchen zu spielen - die Fans, die ein Riesenmaß an Langmut zeigten, rauften sich die Haare.

Und als sich die BG im letzten Viertel auf elf Zähler Rückstand herangekämpft hatte, war sofort wieder die Konzentration weg, so dass Bonn leicht zum hohen und verdienten Sieg wegzog.

„Es war nicht einfach für uns. Aber wir sind rausgegangen, um alles zu geben“, meinte Mienack hinterher. „Danke an die Fans für die Unterstützung.“ Für Bonns Coach Michael Koch war das Spiel „Nebensache. Wir fühlen mit den betroffenen Familien. Die BG hat sich bemüht. Ich hatte mit einer Verlegung des Spiels gerechnet.“ (gsd)

Von Helmut Anschütz

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