Die BG 74 Veilchen Ladies vor dem Saisonstart

Geschäftsführer Richard Crowder holte seine Tochter zurück: Jennifer Crowder (am Ball) gegen Halles Emi Yancheva. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Wer von den Fans der Veilchen Ladies hat sie nicht noch vor Augen, diese Szene aus dem zweiten Zweitliga-Playoff-Finale gegen die Panthers aus Osnabrück?

Drei Sekunden vor Schluss gelingt den Gästen der letzte Korb zum Ein-Punkte-Sieg in der FKG-Halle. Ein drittes Spiel in Osnabrück ist dadurch nötig, das die Panthers schließlich gewinnen und in die Bundesliga zurückkehren. Der BG 74 Göttingen fehlten drei läppische Sekunden zum Aufstieg.

Einiges ist seitdem passiert bei den BG-Ladies. Nach dem um Haaresbreite verpassten Sprung in die Eliteklasse trennte man sich von Trainer Ondrej Sykora und dessen Lebensgefährtin und Co-Trainerin Zuzana Polonyiova. Die Trainingsmethodik des Tschechen stieß im Team nicht nur auf Gegenliebe. Mit Hermann Paar (61) kam ein erfahrener neuer Coach, der lange als Nationaltrainer Luxemburgs gearbeitet hat, den TV Saarlouis in die 1. Liga führte und 2002 mit Wuppertal deutscher Meister und Pokalsieger wurde. „Er ist vom Umfeld und vom Team angetan“, sagt Richard Crowder, Geschäftsführer der Veilchen Ladies UG (Unternehmer-Gesellschaft). „Er hat fachlichen Sachverstand und eine gute Teamführung.“

Neues Energiebündel: Göttingens Joana Miller (am Ball) setzt sich im Test gegen Rotenburgs Angela Rodriguez , Kierra Mallrad (20), Ruth Thänert und Pia Mankert (8) durch.

Die im Basketball nicht unübliche Praxis war es auch, die amerikanischen Spielerinnen zu wechseln. Monique Smalls und Nicole Jones verließen Göttingen nach einer im Schnitt starken Saison wieder, dafür kamen mit Raven Anderson und Joanna Miller zwei neue Leistungsträgerinnen. Wobei Miller als „Powerfrau“ vom Spielertyp her Ähnlichkeiten zu Smalls hat, aber mehr Scorerin ist, als Smalls Pointguard war. Anderson ist indes genau das Gegenteil von Jones: Körperlich weitaus robuster und mit 1,88 Meter durchsetzungsstark unter dem gegnerischen Korb. Dem BG-Spiel dürfte dies sicherlich zugutekommen. „Wir wollten bewusst andere Typen, um variabler zu sein“, so Crowder.

Größe bringt auch eine der beiden deutschen neuen Spielerinnen ins Göttinger Spiel. Vera König (1,87 m) ist die Alternative zu Raven Anderson. Ebenfalls neu ist Jennifer Crowder, die zur BG zurückgekehrt ist. Interessant: Sie ist die Tochter von Crowder, der die Geschicke des Zweitligisten seit seiner Übernahme auf Vordermann gebracht hat. Seriosität steht mit an oberster Stelle.

In die neue Saison gehen die Veilchen Ladies mit einem Etat von geschätzten etwa 120 000 Euro. Damit soll auch der erneute Einzug in die Playoffs realisiert werden. „Sie sind die Zielvorgabe“, sagt Crowder. Etwas anderes könne man ja nach der so erfolgreichen vergangenen Saison auch nicht sagen. „Aber es wird kein Selbstgänger.“

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