Wie kann die BG neue Kraft aus der „Bestrafung von Bamberg“ ziehen?

Wenn Gesichter Bände sprechen: Die Göttinger Damian Saunders, Marco Grimaldi, Max Weber, Philip Noch, Trainer Stefan Mienack und Josh Slater (von links) schleichen nach der 63:107-Niederlage in Bamberg bedröppelt und ziemlich bedient vom Parkett. Foto: Jelinek

Bamberg. War es nur eine Höflichkeitsfloskel oder gut gemeinte moralische Unterstützung nach der herben Abfuhr? „Die BG ist definitiv besser als heute Abend“, meinte Chris Fleming nach dem krassen Göttinger 63:107 zum Bundesligastart bei den Brose Baskets Bamberg.

Wie dem auch sei: Zuspruch und Hilfe von Außen kann die BG jetzt gebrauchen vor der Heimpremiere am Samstag ab 19.30 Uhr in der Sparkassen-Arena gegen EnBW Ludwigsburg.

Zu wenig lief zusammen in der „Frankenhölle“, in der 6800 Fans einen infernalischen Lärm machten. Einige Veilchen ließen sich trotz gegenteiliger Beteuerungen davon beeindrucken. Teilweise spielten die Basket-Altstars wie Pleiß, Gavel, Suput, Jacobson und Neustars wie Slaughter, Tucker und Jenkins Katz und Maus mit den „grünen“ Jungs von Trainer Stefan Mienack. Für die BG spielt(e) Bamberg in einer anderen Liga.

Immer einen Schritt schneller

„Das war eine harte Nuss“, sinnierte BG-Neuzugang Philipp Noch. „Wir müssen uns steigern.“ Der Ex-Braunschweiger war neben Ray Sykes und Kwadzo („Jojo“) Ahelegbe der einzige, der der roten Übermacht Paroli bot. „Besser jetzt in Bamberg spielen als später in der Saison“, meinte Nico Adamczak, während das Spiel – besser: die Bestrafung – nochmals vor seinem geistigen Auge ablief.

Auch Pointguard Marco Grimaldi ließ die Partie Revue passieren. „Wir hatten keine Harmonie. Es gab aber auch einige Sondereffekte.“ Damit meinte er: Die brodelnde Halle, Bambergs-Meisterbonus bei den Schiedsrichtern und natürlich die Baskets-Spieler, deren zweite Fünf bei allen anderen BBL-Teams glatt als „starting five“ durchgeht. Die Prognose sei erlaubt: In Bamberg gewinnt auch diese Saison kein anderer Bundesligist!

„Ich hatte Hoffnung, dass wir uns besser verkaufen“, biss sich Mienack auf die Lippen. „Aber wir haben den Start total verschlafen, waren nicht bereit. Bamberg war viel physischer, immer einen Schritt voraus.“

Samstag gegen Ludwigsburg

Auffällig bei der BG, dass Paris Horne und Damian Saunders, die eine ordentliche bis gute „Pre-Season“ spielten, kaum zu sehen waren. Josh Slater spielte nur neun Minuten, zog sich den Zorn der Fans bei einem „unsportlichen Foul“ zu und war der Buhmann. Brasilien-Center Roberto Mafra zögerte und zauderte, wirkte weiter wie ein Fremdkörper. Louis Dale agierte zu harmlos. Bester BGer war „Jojo“ Ahelegbe.

„Das war eine lehrreiche Erfahrung in Sachen Intensität und Engagement“, redete Sportdirektor Jan Schiecke Klartext. „Das wenige Positive müssen wir rausziehen und an den anderen Sachen arbeiten.“ Gut: Die „Basketball-Galaktischen“ aus Bamberg sind für die BG nicht Messlatte und Maßstab, aber gegen Ludwigsburg ist Rückbesinnung auf die Grundlagen angesagt. Ein Heimsieg gegen die Schwaben würde Mut machen vor dem Hit gegen Star-Aufsteiger FC Bayern München. (gsd)

Von Helmut Anschütz

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.