70:95 gegen Oldenburg: Veilchen ratlos und hilflos

BG
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Alles Reden und Schreien vergebens: Trainer Stefan Mienack (mit rotem Schlips) nordet sein Team während einer Auszeit ein. AuchSportdirektor Jan Schiecke hört mit gesenktem Kopf u.

Göttingen. 70:95 gegen die EWE Baskets Oldenburg, die achte Niederlage in der Basketball-Bundesliga in Folge. Wo soll es mit der BG Göttingen hingehen? Antworten zu geben wird bei den Veilchen-Verantwortlichen immer schwieriger. Schulterzucken und Ratlosigkeit scheinen vorzuherrschen.

Das Team von Trainer Stefan Mienack tritt auf der Stelle, kommt nicht voran, scheiterte auch gegen die Oldenburger wieder an sich selbst. Da die (Abstiegs)-Konkurrenz punktete, fehlen der BG zum rettenden 16. Platz jetzt schon zwei Siege.

Somit wird der Druck vor den wichtigen Spielen in Bayreuth, gegen Tübingen und gegen Frankfurt im Dezember jetzt schon immer größer.

Einmal mehr wurde den 2345 Fans gegen Oldenburg vor Augen geführt, dass die BG zumindest teilweise nicht konkurrenzfähig erscheint. Immer klappt irgendetwas nicht, Konstanz ist ein Fremdwort. Die Mängelliste gegen die Baskets: Die BG war nicht in der Lage, die Dreier der Gäste zu verteidigen. Nach 33:25 Minuten, als Kwadzo Ahelegbe den ersten BG-Dreier traf(!), hatte Rickey Paulding schon sieben und Oldenburg insgesamt bereits 14(!) getroffen - eine schlimme Bilanz.

Schwache Statistiken

Ebenso unterirdisch die Rebound-Statistik (27:46) und die Assists-Statistik (9:22), was unter anderem belegt, dass es bei der BG erneut wenig Team-Spiel gab, die Einzelaktionen überwogen. Bezeichnend, dass Oldenburg trotz nur eines Ballgewinns und 15 Ballverlusten (Turnovers) am Ende mit 25 Zählern gewann.

Ein ordentliches erstes Viertel, als die BG durch einen 9:0-Lauf plötzlich 17:14 führte und es 24:18 gewann, reicht natürlich nicht. Zur Pause hatten die Baskets den Veilchen schon neun Dreier eingeschenkt, die Defensiv-Probleme wurden erneut offenbar. Aus den je vier Fouls gegen Oldenburgs Hasbrouck, Chubb und Brown schlug die BG kein Kapital, versemmelte wieder unkonzentriert und unpräzise viele einfache Punkte.

Mienack redete wenigstens nicht drumherum: „Die Art und Weise, wie wir im dritten Viertel spielten, war inakzeptabel. Wir hatten Probleme gegen Oldenburgs Zonenverteidigung, weil wir den Ball schlecht bewegten. Wir haben es nicht geschafft, an die gute Leistung in Istanbul anzuknüpfen, weil wir in der zweiten Hälfte mit zu wenig Energie und nicht physisch genug spielten.“ Worte, die man vom Coach nicht zum ersten Mal gehört hat. Nur - er wirkte hinterher fast deprimiert und hilflos. Aber: Weil zu wenig Geld da ist, muss er eben mit den vorhandenen Akteuren auskommen, die teils Erstliga-Ansprüchen nicht genügen.

Und was ist mit dem Ersatz für Louis Dale (Kreuzbandriss)? Mienack: „Wir kommen vorwärts. Aber auch Dienstag wird er noch nicht da sein.“ Dann kommt Tiflis in der EuroChallenge. So wird „Mister X“ wohl erst nächsten Sonntag beim ersten Abstiegs-Endspiel in Bayreuth für die BG auflaufen. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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