Basketball-Bundesliga: Stimmungsvolle Auswärtstour zum BG-Spiel nach Bayreuth

Vom Veilchen-Virus gepackt

Göttingen. „Tunnel, Tunnel, wenn man reinfährt, wird es dunkel, wenn man rausfährt, wird es hell.“ Sehr phantasievoll geben sich die 55 Fans des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen auf ihrer Auswärtstour am vergangenen Sonntag zum BBC Bayreuth. Auch der Heidkopftunnel bleibt also nicht von der Fan-Phantasie verschont.

Glänzende Stimmung herrscht im Bus, als es um 11 Uhr morgens Richtung Oberfranken geht. Reiseorganisator Christian Zigenhorn hat über 100 Brötchen, Aufschnitt, Käse, Butter und Margarine besorgt, damit niemand hungern muss. „Habe 60 Euro dafür bezahlt, könnt mir ja etwas dazu geben, wenn ich das Geld für die Eintrittskarten kassiere“, sagt Zigenhorn. Die 60 Euro waren schnell zusammen.

Einstimmung schon im Bus

Bereits ab zwölf Uhr Mittags wird auch schon das erste Bier gefasst, gehört wohl zwangsläufig dazu. Ab und an gehen die Schals völlig unvermutet hoch und man lässt die „BG 74“ hochleben. In der letzten Reihe sind vor allem Julian und Florian für gute Stimmung zuständig. Und Florian erzählt: „Ich bin erst heute morgen um 9.30 Uhr nach Hause gekommen aus der Kneipe, habe geduscht und bin los, um die BG zu unterstützen.“ Man sieht es seinen Augen an, dass er seit 24 Stunden nicht geschlafen hat. Macht nichts, „wenn ich mich noch für ‘ne halbe Stunde hingelegt hätte, wäre gar nichts mehr gegangen“.

Von 12.50 Uhr bis 13.15 Uhr werden eifrig Brötchen auf einem Rastplatz geschmiert, ehe die letzte Etappe Richtung Bayreuth angegangen wird. Gleichwohl meldet sich aufgrund des Bieres bei einigen die sogenannte „Sextaner-Blase“, was einige „Pinkelpausen“ nach sich zieht. Aber auch das wird mit stoischer Ruhe von allen gemeistert.

Nach knapp fünf Stunden hat der Fanbus sein Ziel Oberfrankenhalle in Bayreuth erreicht. Vor der Halle werden die BG-Fans noch einmal laut, alle sollen mitbekommen: „Wir sind da, und wie!“ Erwartungsfroh stimmen sie dann in der Halle ihre Gesänge an, lassen den neuen Trainer hochleben mit „Michael Meeks“-Sprechchören. Hoffnungen auf einen Sieg ihrer Lieblinge nach der 40:33-Halbzeitführung, Frust nach der 65:79-Niederlage.

Victor (Schüler, 14) war das erste Mal bei einer Auswärtstour der BG dabei. „War ‘ne spontane Entscheidung, hatte heute nichts Besseres vor. Mit dem neuen Trainer und den neuen Spielern hatte ich auf einen Sieg gehofft“, erzählt er.

Seit vier Jahren dabei

Ihre vierte Auswärtstour haben Mutter Anke Vogt (50), Vater Joachim (61) und Sohn Felix (24) hinter sich. „Wir hatten bisher drei glückliche Jahre mit den Veilchen. In dieser Saison muss man allerdings sehr leidensfähig sein“, meint Anke Vogt, die mit ihrem Mann und Sohn bereits hautnah die Niederlagen in Bamberg, Gießen und Würzburg erlebt hat. Vor vier Jahren ist Familie Vogt über Tochter Rebecca (19), die früher Cheerleader bei der BG 74 war, vom BG-Virus befallen worden und hat seitdem fast jede Auswärtstour mitgemacht und es dürften noch viele werden. Trotz der roten Laterne für die BG: Das „Veilchen-Fieber“ grassiert weiter. (gsd)

Von Walter Gleitze

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