BG verliert gegen Bamberg erst in den letzten Minuten

Glanzleistung mit 37 Punkten: Göttingens Raymar Morgan gegen Bambergs Spielmacher Brad Wannamaker. Rechts der baskets-Lette Janis Strelnieks. Foto: Jelinek

Göttingen. Klasse gekämpft, aber am Ende verloren – nach zuletzt drei Siegen musste sich die BG Göttingen in der Basketball-Bundesliga den Brose Baskets Bamberg beim 86:93 (48:48) erst in der Schlussphase geschlagen geben.

Vor 3752 Fans in der zum zweiten Mal in Folge ausverkauften Lokhalle boten die Veilchen den Franken einen Fight auf Augenhöhe, den sie erst in den letzten sechs Minuten verloren.

„Ich bin stolz auf meine Jungs“, musste sich BG-Coach Johan Roijakkers nach diesem wieder äußerst intensiven Spiel der Niederlage nicht schämen. Die Göttinger boten dem sechsfachen deutschen Meister absolut Paroli und führte teilweise mit über zehn Punkten Vorsprung.

Die wohl entscheidende Situation spielte im letzten Viertel ab. Bambergs italienischer Coach Andrea Trinchieri motzte gegen das Schiedsrichter-Trio, kassierte das erste technische Foul. Doch er konnte sich nicht im Zaum halten und lederte weiter los, was ihm das zweite T-Foul einbrachte. Das bedeutet im Basketball: Hallenverweis, seine Co-Trainer mussten übernehmen.

Doch diesen vermeintlichen Vorteil konnten die BGer nicht nutzen. Die Geschichte schlug sogar ins Gegenteil um: Bamberg spielte nun für seinen Chefcoach, die Göttinger wurden immer unsicherer in ihren Aktionen und gaben den beachtlichen Vorsprung noch aus der Hand. „Das war die beste Aktion, die der Bamberger Trainer hatte“, meinte Göttingens Dominik Spohr hinterher spitz.

Zuvor legten die Veilchen ein wieder wie gegen Ulm begeisterndes Spiel hin. Den großen Favoriten hatten sie fast immer unter Kontrolle. Sie zeigten, dass sie selbst gegen diese Topmannschaft (sechsmal Meister, Euroleague-Teilnehmer, gerade im Eurocup weitergekommen) absolut mithalten können.

Allerdings auch nur dank zweier Spieler: Spielmacher Khalid El-Amin führte wieder wie gegen Ulm glänzend Regie. 22 Punkte standen am Ende auf seinem Konto, zudem zehn Assists.

Morgan mit Glanzleistung

Übertroffen wurde er diesmal aber noch von Raymar Morgan, der am 10. Januar beim All-Star-Spiel in Ulm dabei. Hatte Morgan zuletzt schon sehr stark aufgetrumpft, so konnte er gegen Bamberg seine Leistungen sogar noch toppen. 37 Punkte schenkte er den Franken ein. Fast noch wichtiger waren aber die zwölf Fouls, die er gegen die Bamberger zog. Geradezu sensationell auch Morgamns Freiwurf-Quote von 94 Prozent: Nur einen konnte er nicht verwandeln.

Beachtlich ebenso, dass die BG den Baskets (mit starker 63-prozentiger Wurfquote) nur drei Offensiv-Rebounds gestattete, das Rebound-Duell sogar 27:20 gewann. Doch ausgerechnet El-Amin und Morgan waren dann auch daran beteilgt, dass der Sieg der BG noch aus den Händen gltt. Der Spielmacher baute kräftemäßig ab, Morgan verlor die Konzentration im Abschluss – und von den anderen BGern kam zu wenig. So gewann Bamberg mit der breiteren Bank und dank seiner Cleverness und Routine noch knapp. Die Göttinger Fans Fans nahmen es ihrem Team aber nicht krumm. Samstag spielt die BG in Frankfurt, am 30. Dezember kommt Oldenburg in die dann zum driutten Mal ausverkaufte Lokhalle.

BG: Morgan 37, El-Amin 22, Godbold 10, Ruoff 9, Kulawick 3, Spohr 3, Boykin 2, de Mello, Njei.

Beste Bamberger: Thompson 23, Duncan 21, Strelnieks 20, Mbakwe 10. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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