BG verschenkt den Sieg in Würzburg

Das hätte nicht sein müssen: Auch mit seinen 15 Punkten konnte Göttingens Jesse Sanders die Niederlage in Würzburg nicht verhindern.  Foto: zje-nh

Würzburg. Selber schuld, BG! 17,9 Sekunden vor Schluss hatten die Veilchen im Weihnachtsspiel bei den s.Oliver Baskets Würzburg die Chance auf den Sieg. Alex Ruoff wollte den Ball bringen, wurde aber abgedrängt – der letzte Angriff verpuffte im Nichts. So brachten die Mainfranken den hauchdünnen 87:86 (51:43)-Sieg glücklich über die Runden. Das hätten die Göttinger einfach cleverer lösen müssen. Sieg verschenkt – und kein Geburtstagsgeschenk für Scott Eatherton (wurde 25).

Trainer Johan Roijakkers musste erneut auf Leon Williams (Bauchmuskelzerrung) und Dominik Spohr (Knöchel umgeknickt) verzichten. Daran lag es jedoch nicht, dass die BGer den Start völlig verpennten. Darius Carter glich zwar die Führung durch Lamonte Ulmer aus, doch danach spielte nur noch Würzburg. Bis auf 13:4 bauten die Mainfranken ihren Vorsprung im ersten Viertel aus – da schaute Roijakkers ganz böse. Nach dem 15:8 wechselte er gleich Spieler aus. Doch die BG blieb träge, passte in der Abwehr nicht auf, die die Würzburger auftrennten wie die Weihnachtsgans. Erst ganz langsam fanden die Veilchen, die einmal nicht in den erlaubten acht Sekunden aus der eigenen Hälfte kamen, in die Partie. Beim 19:22 durch Veikalas war die BG zwar kurz wieder im Spiel, doch sie bekam Marshawn Powell nicht in den Griff, so dass es nach zehn Minute 27:19 hieß.

BG-Problem die Defensive

BG-Spielmacher Jesse Sanders gehörten die ersten fünf Punkte des zweiten Viertels zum 24:27. Das Problem der Göttinger war aber die Defensive, die weiter wackelte wie Omas Weihnachtspudding. Die Dreier von außen von Powell, Ulmer und Spielmacher Jake Odum konnte die BG ebenso wenig unterbinden wie die Korbleger von Center Brendan Lane. Ein „unsportliches Foul“ gegen Odum nutzte Sanders zwar, um auf 31:35 zu verkürzen, doch zwei Minuten vor der Halbzeit lag Würzburg schon wieder 45:35 vorn. Sichtlich unzufrieden redete Roijakkers mehrfach auf seine Spieler ein – beim 43:51 zur Pause kaum verwunderlich.

Neu ausgerichtet agierten die Veilchen mit ihrer Achter-Rotation nach dem Wechsel konzentrierter in der Offensive. Alex Ruoff brachte sie auf zwei Zähler heran (51:53), was in den dritten zehn Minuten noch viermal der Fall war (56:58, 59:61, 68:70). In der Schlussphase des dritten Abschnitts brachten die Gastgeber mehr Härte, einige unsauberer Aktionen ins Spiel. Die Fouls kassierten jedoch zwei Göttinger: Carter und Adam Waleskowski nahm Roijakkers zur Vorsicht nah dem jeweils vierten Foul vom Parkett. Die BG gewann das dritte Viertel schließlich 25:21, lag aber insgesamt 68:72 hinten.

78:77-Führung

Riesen-Spannung im Schlussdurchgang! Die Göttinger kommen immer weiter heran, Veikalas bringt sie erstmals beim 78:77 in Führung – oder doch nicht? Zwei Punkte werden wieder zurückgenommen, weil die 24-Sekunden-Uhr abgelaufen war, klärt sich später. Ruoffs Dreier und Veikalas sorgen für das 84:79, der Auswärtssieg ist greifbar nahe. Doch Odum bringt Würzburg mit einem „Drei-Punkt-Spiel“ wieder auf 85:86 heran – und Lane trifft aus der Halbdistanz zum Sieg. Weil ausgerechnet der sonst starke Topscorer Ruoff 17,9 Sekunden vor Schluss die falsche Entscheidung trifft…

„Wir können nicht unzufrieden sein“, meinte Coach Roijakkers. „Aber unser Start war nicht grandios, später waren wir im Spiel. Ohne Spohr und Williams wird es eben schwer.“ Am 6. Januar sehen sich beide Teams schon wieder zum Rückspiel. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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