Basketball-Bundesliga Männer

Verzaubern die Crailsheimer Merlins auch die BG Göttingen?

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Von wegen stabile Seitenlage: Für einen Erfolg bei den Merlins muss sich auch Göttingens Neuzugang Elias Lasisi (am Ball) wie hier gegen Vechtas Kamari Murphy am vergangenen Sonntag krumm machen. 

Göttingen – Wer immer es mit der BG Göttingen hält: Liebe Veilchen-Fans, bitte alles vergessen, was bisher mit dem nächsten Gegner zusammengehangen hat. So gut wie nichts ist mehr so, wie es bislang mit den Hakro Merlins Crailsheim gewesen ist. Vom potenziellen Abstiegskandidaten haben sich die Schwaben zum neuen Überraschungsteam der Basketball-Bundesliga gewandelt. Umso schwerer wird der Job, den die BG am Samstag ab 20.30 Uhr in der Arena Hohenlohe zu erledigen hat.

Rückblick. Freitag, 3. Mai, kurz nach 22.15 Uhr. Mit einem nie erwartet deutlichen 88:63 bei den Merlins schafft die BG den Klassenerhalt, feiert den Erfolg bei einem Burger-Brater. Michael Stockton (24 Punkte), Derek Willis (14) und der ausnahmsweise mal überzeugende Penny Williams (15) tragen entscheidend zum Rettungs-Sieg bei. „Alle haben gespielt wie ausgewechselt“, sagt Trainer Johan Roijakkers.

Doch halt! Von so einem Triumph auch jetzt auszugehen, wäre komplett realitätsfremd. Die Zeiten haben sich gewandelt. Crailsheim steht mit drei Siegen aus den ersten drei Spielen auf Platz drei der Tabelle, die Veilchen sind nur Vorletzter, weil Schlusslicht Frankfurt am Dienstag in Berlin verlor. Ganz andere Vorzeichen also für das Roijakkers-Team! „Das neue Crailsheimer Team ist mit dem alten nicht mehr zu vergleichen“, sagt Roijakkers. „Es ist jetzt ein Playoff-Team. Es ist offensiv gut, aber auch defensiv. Und sie haben gute Importspieler geholt.“

Verzaubern die Merlins (Zauberer) jetzt auch die Veilchen? Zumindest nicht ausgeschlossen. Denn was Crailsheim bislang ablieferte, war beeindruckend. Zuletzt der 114:82-Sieg in Bonn, davor 83:76 gegen Bayreuth und zu Saisonbeginn das 108:92 in Gießen – macht im Schnitt mehr als 101 Punkte pro Spiel. Die BG kommt nur auf knapp 75 Zähler. Weitere beachtliche Zahlen: 56 Prozent Zweier, 44 Prozent Dreier (BG: 34), 35 Rebounds, 25 Vorlagen – alles starke Werte der Merlins, die – ganz ungewöhnlich – von einem Bruderpaar gecoacht werden, den Finnen Tuomas Ilsalo (37, Chef) und Joonas Ilsalo (33, Co-Trainer).

Mit dem Amerikaner Javontae Hawkins (neu), dem Deutsch-Chilenen Sebastian Herrera, DeWayne Russell, dem Slowenen Jan Span (neu) und US-Boy Jeremy Morgan (neu) hat das Trainer-Duo fünf Spieler, die zweistellig treffen. „Crailsheim hat viele neue Spieler und viele von ihnen können richtig gut punkten. “, weiß denn auch BG-Co-Trainer Hylke van der Zweep.

Die Ilsalos haben offenbar ein sehr gutes Händchen gehabt bei ihren Neuverpflichtungen. In den sechs wichtigsten BBL-Statistiken liegt Crailsheim zudem teils krass vor den Veilchen. Nach der Statistik dürften die Göttinger diesmal also so gut wie keine Chance haben. Auf dem Papier. Und in der Wirklichkeit?

Macht da Hoffnung, dass die BG bislang alle drei Erstliga-Spiele in der Arena Hohenlohe gewonnen hat?

. Übrigens: Roijakkers hält weiter an Kyan Anderson fest – wie sollte es als Trainer auch anders sein. Er betont aber, dass Bennet Hundt eben weitaus mehr Spielzeit bekomme, wenn er so gut auftrete. Ob Zane Waterman wieder als überzähliger Ausländer draußen bleibe und der nachverpflichtete Dylan Osetkowski dessen Platz erhalte, ließ der BG-Coach offen.  haz/gsd-nh

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