2. Basketball-Bundesliga der Frauen: Verdine Warner will den BG-Aufstieg klar machen

Vier Brüder auf dem Trikot

Vier Jungs, ein Mädchen – eine Trikotnummer mit Hintergrund: Verdine Warner (hier gegen Wolfenbüttels Flavia Behrendt) trägt die „41“ in Verbindung zu ihren vier älteren Brüdern. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Sie kommt daher, wo die meisten Mittel-Europäer ihren Traumurlaub verbringen: Verdine Warner (24) ist auf Trinidad geboren, lebte später auf St. Vincent und den Grenadinen, die zu den Westindischen Inseln in der Karibik gehören. Ein Sonnenschein-Paradies. Jetzt spielt sie seit Saisonbeginn Basketball für die Veilchen Ladies, die am Samstag (18 Uhr, Lindenhalle) im zweiten Playoff-Finale beim Wolfpack Wolfenbüttel um den Aufstieg in die Damen-Basketball-Bundesliga (DBBL) kämpfen.

„Wir wollen es am Samstag schaffen und kein drittes Spiel“, lächelt die 1,96m große Centerin der BG-Ladies. Sie hat sich in Göttingen prima entwickelt, ist zur „Double-Double-Königin“ geworden. In 26 Spielen gelangen ihr 19 Mal zweistellige Statistikwerte bei Punkten und Rebounds. Diese Bilanz trug dazu bei, dass die BG-Ladies nach der Hauptrunde Platz eins in der 2. Liga belegten und sich den wichtigen Heimvorteil in der „Best of 3“-Serie sicherten. Auch für sie wäre der Aufstieg die Krönung einer starken Saison.

Dritte Europa-Station

Und sie blickt sogar schon voraus: „Wenn wir aufsteigen, würde ich gerne bleiben.“ Göttingen ist bislang ihr schönster Basketball-Standort seit sie in Europa ist. Die Erinnerung an nur drei Spiele beim tschechischen Verein Basket Slovanka MB Tabor ist wenig erfreulich, danach spielte sie in Griechenland für GS Kronos Agiou – ohne aber ihrem jetzigen griechischen Trainer Giannis Koukos begegnet zu sein.

Den Ladies-Coach hält sie für einen „harten Hund“, meint das aber nur anerkennend: „Er will immer nur dass Beste für das Team.“ Mit seinem griechischen Akzent sei er zwar oft schwer zu verstehen, aber die Spielerinnen fragen dann zur Sicherheit noch mal nach. Man muss bei ihm einiges zwischen den Zeilen lesen und heraushören.“

Die Größte und die Kleinste

„Ich bin zufrieden“, sagt „Vee“ Warner über ihr Basketball-Leben, in dem sie aber auf einige privat-persönliche Familien-Beziehungen verzichtet. Vater Joel lebt weiter auf St. Vincent, Mutter Donna arbeitet in New York, wo „Vee“ auch zur Schule ging und zuerst mit „Netball“ und dann mit Basketball in Berührung kam. Wie ihr Vater leben auch ihre vier älteren Brüder auf St. Vincent. Eine Reminiszenz an sie ist ihre Trikotnummer 41: Vier Jungs, ein Mädchen in der Familie – muss man erstmal drauf kommen. So ist sie mit ihnen stets verbunden, da sie sie lange nicht gesehen hat. „Bei meinem Vater war ich schon zehn Jahre nicht mehr“, erzählt Vee Warner, die – wie könnte es bei dieser Herkunft anders sein – gern Reggae-Musik hört.

Weil es nach Hause zu weit und auch zu teuer war, verbrachte sie Weihnachten bei ihren Neffen und Nichten Andre, Margret und Marva in London. Geborgenheit bietet ihr auch das BG-Team. „Das ist wie eine Familie für mich“, sagt die hünenhafte BG-Centerin, die teamintern mit Fee Zimmermann in einer Wohnung lebt. Die „WG der Extreme“ passt ja irgendwie: Zimmermann ist mit 1,66 m die Kleinste der Stammspielerinnen im Veilchen-Team. (gsd)

Von Helmut Anschütz und Walter Gleitze

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