BG vorm Start: Wird die zweite Saison schwerer als die erste?

Wer hat denn nun den Ball? Göttingens Ruben Boykin (rechts ) und Gothas Chris Razis hechten im Testspiel nach dem runden Leder. Heiße Spiele sind auch wieder in der kommenden 50. Jubiläums-Saison der Basketball-Bundesliga zu erwarten. Foto: Jelinek/gsd

Die „Veilchen“ gehen nach der Rückkehr in die Eliteklasse in ihre zweite Saison in der Bundesliga, die ihr 50. Jubiläum feiert.

Von der zweiten Spielzeit wird gemeinhin gesagt, sie sei viel schwerer als die erste Serie, in der ein Aufsteiger/Rückkehrer meistens noch von der Euphorie lebt.

Die große Frage bei der BG: Wie verkraftet die Mannschaft des niederländischen Trainers Johan Roijakkers (35) die Abgänge der drei wichtigsten Spieler? Raymar Morgan (Dritter der letztjährigen BBL-Scorerliste, nach Ulm), Alex Ruoff (Fünfter, nach Bilbao/Spanien) und Khalid El-Amin (Achter, nach Prishtina/Kosovo) waren finanziell nicht zu halten. Mit ihnen gingen der BG im Schnitt rund 45 Punkte pro Spiel verloren.

Marque Perry

Obwohl immerhin fünf Spieler blieben (eher viel für deutsche Basketball-Verhältnisse), musste BG-Coach Roijakkers ein neues Team formen. Und obwohl der Etat auf etwa 2,2 Millionen Euro leicht angehoben wurde, sind ihm dabei wirtschaftlich die Hände gebunden. Deshalb lief die Rekrutierung neuer Spieler auch nicht ganz reibungslos. Juan Pattillo musste schnell wieder gehen, weil er nicht fit war; Armon Johnson wenig später aus disziplinarischen Gründen. So kehrte „Aufstiegsheld“ Harper Kamp (in Ludwigsburg von Ex-BG-Coach John Patrick wieder aussortiert) doch noch zurück, und mit Marque Perry wurde noch ein erfahrener Ersatz für den als Spielmacher vorgesehenen Armon Johnson geholt. Wie wertvoll Perry werden könnte, deutete er bei der „Krombacher Challenge“ in Hagen an, wo er zwei gute Partien hinlegte.

„Wir sind jetzt breiter ausgestellt und haben mehr Tiefe im Kader“, sagt Frank Meinertshagen, Geschäftsführer der „Pro Basketball Göttingen GmbH“. „Wir haben nicht mehr die Topstars. Es war nicht machbar, gleichwertigen Ersatz zum Beispiel zu El-Amin zu holen.“ Für die Veilchen könnte die zweite Spielzeit in der 1. Liga zu einem Tanz auf der Rasierklinge werden. Da ist Meinertshagen ganz Realist: „Es wird schwer, die Euphorie aufrechtzuerhalten, wenn du um Platz 16 spielst.“ Mit dem zehnten Platz in der vergangenen Serie und den nur ganz knapp verpassten Playoffs liegt die Messlatte für die BG sehr hoch. Die Bilanz mit 16 Siegen und 18 Niederlagen war für einen Aufsteiger sensationell.

In die neue Saison geht die BG mit einem leicht auf 2,2 Millionen Euro erhöhten Budget. Davon entfallen rund 900.000 Euro auf den reinen Spieleretat. Insgesamt rangiert die BG, die den Vertrag mit Trainer Johan Roijakkers (35) bis 2018 verlängerten, damit weiter im letzten Tabellendrittel der Bundesliga.

Wie wird jetzt die neue Mannschaft einschlagen? Können die Stars der letzten Serie adäquat ersetzt werden? Stehen die Fans auch zur BG, wenn es nicht so überragend gut wie 2014/15 läuft?

In den Testspielen gab es fünf Siege und fünf Niederlagen. Mehr als Andeutungen waren noch nicht zu erkennen. Zumindest dies aber beruhigt: In den Tests vor der vergangenen Serie war auch nur schwer zu erkennen, dass ein Khalid El-Amin für solch positive Schlagzeilen sorgen würde.

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