BASKETBALL-BUNDESLIGA Start in die Saison 2020/21

Was passiert mit BG Göttingen in der „Corona-Spielzeit“?

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Das BG-Team 2020/21: Stehend v. li. Co-Trainer Thomas Crab, Trainer Roel Moors, Tai Odiase, Marvin Omuvwie, Benedikt Turudic, Aubrey Dawkins, Dennis Kramer, Luke Nelson, nicht auf dem Foto: Galen Robinson Jr., Nelson Weidemann. Vorne v. li. Ron Jackson Jr., Akeem Vargas, Jorge Gutiérrez. Es fehlt Mathis Mönninghoff.

Die BG Göttingen startet am Freitag bei Vizemeister Ludwigsburg in ihre zwölfte Saison in der Basketball-Bundesliga. Eine Spielzeit mit vielen Fragezeichen wegen der Coronakrise.

Zum zweiten Mal nach dem Finalturnier der Bundesliga im Juni in München mit dem Spiel gegen Crailsheim eröffnet die BG Göttingen nun auch die 55. Spielzeit der Basketball-Bundesliga. Was wird sie in diesen Pandemie-Zeiten bringen? „Das Spannendste wird die Unberechenbarkeit sein“, unkt BG-Geschäftsführer Frank Meinertshagen. „Um wirtschaftlich zu überleben, wird große Flexibilität gefragt sein. Gewinne wird keiner in der Liga machen.“

Als Veilchen-Chef muss Meinertshagen nicht nur die sportlichen Aspekte im Auge haben, sondern vorrangig die finanziellen. Abspecken ist da angesagt: Von rund 3,4 Millionen Euro (drei Millionen waren zuletzt BBL-Vorschrift) wird es wohl runtergehen auf etwa 2,6 Millionen – wenn keine Zuschauer zugelassen werden, erläutert der BG-Boss.

Ganz schwierig gestaltet sich der Erhalt der vom Bund zugesagten Fördergelder (maximal 800 000 Euro pro Klub). Da die BG im Sommer einen KfW-Schnellkredit zugesagt bekommen hat („eine ordentliche Summe“, so Meinertshagen), wird dieser jetzt auf das avisierte Fördergeld angerechnet. Die BG bemüht sich nun, „den Kredit in Teilen zurückzuzahlen“, so der BG-Chef, um mehr Fördergeld zu bekommen. „Das ist kompliziert und schwer zu verstehen“, sagt Meinertshagen. Entsprechend der schwierigen Situation sei auch die Stimmung.

Kritisch beäugt Meinertshagen auch den Zuschauer-Ausschluss. „Wir haben viel Geld und Zeit für Hygienekonzepte investiert. Ich finde es nicht toll, dass wir das jetzt nicht umsetzen können. Leere Hallen werden auf Dauer nicht funktionieren. Wir verlieren Sponsoren und Zuschauer.“ Für einen Klub wie die BG dürfte es dann schwierig werden zu überleben.

Auch sportlich stehen die Veilchen nach einem personellen Umbruch vor großen Herausforderungen. Der belgische Trainer Roel Moors (41) kam „im Tausch“ mit dem Niederländer Johan Roijakkers (40) aus Bamberg. Mit Dennis Kramer, Marvin Omuvwie und dem nachverpflichteten Mathis Mönninghoff blieben nur drei Spieler. Aus den drei verbliebenen Akteuren und neun Neuzugängen ist Moors dabei, eine neue schlagkräftige Einheit zu formieren. Erste Erfolge gab es bereits in der BBL-Pokal in Vechta mit Siegen gegen Frankfurt, den Gastgeber und Gießen. Kritiker sagen, die Gruppe sei überschaubar stark gewesen. Moors wird die „Pre-Season-Form“ sicher nicht überbewerten.

„Für unsere Verhältnisse haben wir einen guten Kader“, sagt Meinertshagen. „Wir sind unerfahren, haben aber Entwicklungs-Potenzial. Wir sind schnell und athletisch.“ Als „wichtigen Baustein“ sieht er vor allem den Mexikaner Jorge Gutiérrez als neuen Spielmacher. Auch Rückkehrer Akeem Vargas kommt als Kapitän und rechte Hand von Moors eine spezielle Rolle zu. Die US-Boys Tai Odiase, Aubray Dawkins, Ron Jackson und Galen Robinson deuteten ihre Fähigkeiten schon an.

„Es wird eine spannende Saison“, sagt Meinertshagen. Sicher in jeder Beziehung. gsd

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