Wenig Glück mit neuen US-Boys - drei von sechs wieder weg

Läuft seiner Form hinterher: Göttingens Shane Edwards (30) bei einem Dunk. Da staunt Frankfurts Konstantin Klein. Foto: Jelinek/gsd

Göttingen. Es kam wie erwartet: Nach fünf Spielen steht die BG Göttingen mit 2:8 Punkten auf dem vorletzten Platz im Tabellenkeller der Basketball-Bundesliga. Das harte Auftaktprogramm mit den Spielen gegen Berlin, Meister Bamberg und Verfolger Frankfurt forderte schon seinen Tribut: Drei Heimniederlagen, die kaum überraschen.

Dazu kam die herbe Start-Pleite in Tübingen (56:98). Der bislang einzige Sieg resultierte aus dem 99:85 beim MBC – schon mal nicht unwichtig. Am Sonntag folgt nun der nächste Auswärts-Hammer bei Bayern München. Aber gegen den FCB hat die BG ja in der vergangenen Saison als einziges Team zweimal gewonnen…

Drei US-Boys wieder weg

Auffällig, dass die Veilchen vor allem mit ihren ausländischen Neuzugängen offenbar nicht so viel Glück hatten wie in der ersten Erstliga-Serie nach dem Wiederaufstieg mit El-Amin und Morgan. Das Scouting in Übersee mit DVDs, informellen Kontakten und teilweise persönlicher Beobachtung ist eben sehr schwierig. Kauft/verpflichtet man die Katze im Sack?

Fakt ist: Mit Juan Pattillo (nicht fit), Armon Johnson (disziplinarische Gründe) und vergangene Woche Ricky Minard (zu lange verletzt) sind drei der sechs vor der Saison verpflichteten US-Boys schon wieder weg. Der für Johnson nachverpflichtete Spielmacher Marque Perry zog sich die gleiche Verletzung zu, die Neuzugang Mathis Mönninghoff in der Vorbereitungsphase kein Testspiel gestattete: Oberschenkelblessur, wochenlange Pause.

Trainingsgast Lawrence Alexander (beim MBC aussortiert) weckte zunächst Hoffnungen. Zuletzt wurde jedoch deutlicher, dass er kaum mehr als ein Mitläufer ist. Gegen Frankfurt spielte er nur noch 7:35 Minuten. Mönninghoff biss sich nach langer Ausfallzeit wieder rein, doch Coach Johan Roijakkers spricht bei ihm nach wie vor von einem Trainingsrückstand.

Nach ordentlicher Testphase ließ auch Shane Edwards neue Impulse erwarten. Doch er hinkt hinterher wie auch Ruben Boykin. Ein richtig gutes Spiel beim MBC – doch physisch starke Teams wie Bamberg und Berlin kauften Edwards den Schneid ab. Auch Boykin kommt (noch) nicht zur Geltung. Chris Jones verschwand nach einem guten Spiel zu Paris-Levallois, Nick Livas nach Griechenland. So hatte die BG diese Saison schon mit elf US-Boys zu tun!

Kamp und Godbold stark

So „lebt“ die BG derzeit von ihren „alten US-Boys“ David Godbold (30 Punkte gegen Frankfurt) und Harper Kamp (fünfmal zweistellig getroffen) sowie von den deutschen Akteuren. Was im stark amerikanisierten Erstliga-Profigeschäft schon etwas heißen will. Und was den US-Neuzugängen kein gutes Zeugnis ausstellt.

Was man sich eingestehen muss: Man bekommt eben nur das, was man zu investieren in der Lage ist. Roijakkers: „Wir können nur Spieler holen, die wir bezahlen können.“ Jetzt sucht Roijakkers als Ersatz für Minard einen neuen Shooting Guard. Schwierig in dieser Zeit. (haz/gsd)

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