Basketball-Eurocup: Göttingen jetzt mit den anderen drei Mannschaften in der Gruppe J punktgleich

Nur zehn Grad: BG nicht heiß genug

Dickes Lob für den Kapitän: John Little setzt sich gegen Kiews Andrij Zabirchenko (11) und Denys Lukashov (12) durch. Foto: gsd

Göttingen. Die Reise verlief weitaus weniger kompliziert als befürchtet. Doch dafür lief bei den Basketballern der BG Göttingen im ersten Auswärtsspiel der Eurocup-Zwischenrunde viel zu wenig. An der 56:68-Schlappe bei Budivelnik Kiew in der Ausweichalle in Dnjepropetrowsk gab es deshalb nichts zu deuteln. Bei nur etwa zehn Grad Temperatur in der großen DS Meteor-Halle, die noch den verblichenen Charme der ehemaligen UdSSR ausstrahlte, wurden die Veilchen einfach nicht heiß genug auf den zweiten Sieg in der Gruppe J.

Ungewöhnliche Erfahrung

„Das war eine besondere Erfahrung“, blickte BG-Coach John Patrick noch einmal auf die ungewöhnlichen Umstände zurück. „Es war richtig kalt, man hätte in langen Unterhosen spielen sollen. Das war wie beim Eishockey, alle haben gefroren.“ So wunderte ihn auch nicht, dass die Ukrainer in langer Kompressionswäsche anzutreffen waren, während die BGer nur die normale kurzärmelige dabei hatten. Die Veilchen – kalt erwischt. Auch weil beim Training am Vortag des Spiels zunächst keine Bälle und nur eine Korbanlage vorhanden waren. Sonst aber, sagte Patrick, sei die Tour in die ferne Ukraine „eine der bisher besten Reisen“ gewesen.

Sportlich blieben auf dem kalten Spielfeld einige Wünsche offen. Nach dem guten Start (11:5, 15:13-Führung) ging’s stetig bergab – nicht zum ersten Mal in dieser wechselhaften Saison und vor allem auswärts. Nur je neun Punkte im zweiten und dritten Viertel: Mit einer so dürftigen Offensivleistung waren die langen Ukrainer nicht zu erschüttern. „Wir haben so viele Korbleger und freie Dreierwürfe vergeben“, raufte sich Patrick die Haare.

Unübersehbar gab es auf der Pointguard-Position Probleme. Trent Meacham lief seiner Form ebenso wie Louis Dale hinterher. So ließ Patrick sich John Little als Spielmacher versuchen und zauberte den einzigen Gewinner aus dem Hut. „Er war hervorragend und ist wieder hundertprozentig zurück“, lobte der Trainer seinen (Aushilfs-)Spielmacher.

Vorzeitig mit je fünf Fouls raus mussten Dwayne Anderson und Jason Boone. „Frust-Fouls“ attestierte Patrick ihnen. Damit war das Duo nicht gut beraten. Bitter auch: Als die BG, deren Gruppenkonkurrent Le Mans gestern den Ex-Bonner Brandon Bowman für sechs Wochen verpflichtete, auf acht Punkte verkürzt hatte, weil sie sich nicht hängen ließ, klappten zwei einfache Korbleger und vier Freiwürfe nicht.

Samstag in Ludwigsburg

„Wir können besser spielen und aus diesem Spiel lernen“, kniff der BG-Coach die Lippen zusammen und richtete den Blick sogleich wieder nach vorn. Am Samstag wartet EnBW Ludwigsburg (derzeit Elfter in der Bundesliga) auf die Veilchen. Es ist das Rückspiel bei den Schwaben nach dem unglücklichen 71:72 in der Lokhalle, das die BG das Pokalviertelfinale kostete. Patrick: „Da müssen wir uns gut präsentieren.“ Wäre im Kampf um die Play-offs angebracht. (haz/gsd-nh)

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