Basketball-Bundesliga: Göttingen mit tollen Fans 66:62 gegen Düsseldorf und Schiris

Zweiter nach alter Tabelle

Kapitän mit viel Dynamik: John Little im Vorwärtsgang. Dwayne Anderson hat Mühe, ihm nicht in den Laufweg zu kommen und hält sich somit zurück. 3 Fotos: Jelinek

Göttingen. Es war das 19. Spiel der Basketball-Bundesliga für die BG Göttingen. Aber endlich ist nun auch die Vorrunde für die Veilchen zu Ende. Nachdem der Einzug ins BBL-Pokal-Viertelfinale schon vor dem Match gegen die Giants Düsseldorf durch den Sieg in Oldenburg am vergangenen Dienstag perfekt war, standen die Bundesliga-Punkte im Vordergrund. Dass sie zu erringen aber beim 66:62 (28:25) gegen das Team aus dem Tabellenkeller so schwer werden würden, hatten die wenigsten erwartet.

Es war dieses klassische Szenario: Zuletzt bei Meister Oldenburg ganz stark aufgetrumpft, davor Braunschweig plattgemacht - da geht’s gegen den Tabellendrittletzten wie von selbst, mochten die BG-Stars gedacht haben. Eine Denkweise, die einfach nicht aus Spielerhirnen herauszubekommen ist. Auch wenn Trainer John Patrick vorher zu Recht gewarnt hatte...

9. Erstliga-Heimspiel, 9. Sieg

Die Veilchen fingen ordentlich an, führten bald 7:2 und 9:6, als auch Chris Oliver erstmals wieder nach seiner Knieverletzung aufs Feld kam. Doch ihm fehlte, wie sich im Verlauf des Spiels zeigen sollte, noch die Bindung. Auch Rückkehrer Chris McNaughton war noch längst nicht wieder der Alte. Da auch der gesperrte Michael Meeks fehlte, rotierte Patrick eigentlich mit nur sieben Akteuren - wenig für einen Erstligisten.

So wurden die Giants immer kecker und mutiger, vor allem Brent Bailey setzte den Veilchen zu, besonders in der zweiten Halbzeit. Zunächst aber scheiterte Düsseldorf noch an sich selbst, traf nur einen von 18 Dreierversuchen.

Mitte des zweiten Viertels begann die BG aber noch eine andere Kraft zu verunsichern. Nun sollten Schiedsrichter geflissentlich eher unerwähnt bleiben, doch das Trio mit Boris Schmidt an der Spitze überschritt das Maß der Erträglichen. Permanente Unzufriedenheit der Fans, „Schieber“-Chöre und sogar fliegende Programmhefte (was nicht zu entschuldigen ist) kommen nicht von ungefähr. Kurzum: Das Trio traf viele kaum nachvollziehbare Entscheidungen, brachte die um Konstanz ringende BG noch zusätzlich aus dem Rhythmus.

So gingen die Rheinländer nach 27 Minuten erstmals in Front, allein Dreier von Rochestie und des starken Kapitäns John Little hielt Göttingen in Kontakt zu den Giants.

Wende kurz vor Schluss

Als Düsseldorf nach 34 Minuten 58:51 führte, schien sich die erste Heimniederlage anzubahnen. Nun entschlossen sich auch die Referees, keine Auswärtsschiedsrichter mehr zu sein, pfiffen gleichmäßig. Hoch anzurechnen bleibt der BG, dass sie sich nicht vollständig hat aus der Bahn werfen lassen - Nerven bewahrt! Schwupps wurde aus dem 51:58 ein 59:58. Käpt’n Little (5) und Anderson (2) blieb es vorbehalten, mit einem Korb und fünf Freiwürfen für den Sieg zu sorgen.

„Ein bisschen glücklich am Ende“, gab Patrick zu und nahm die Schiris in Schutz. Sein Team dürfe sich nicht auf derartige Provokationen einlassen, mahnte er. „Unser schwerstes Heimspiel, wir hatten kein Konzept. Wir müssen daraus lernen.“ Am besten schon für das erste EuroChallenge-Zwischenrunden-Spiel morgen (19.30 Uhr) gegen Limassol (Zypern.)

Übrigens: Nach der „alten Tabelle“ wäre die BG jetzt Zweiter. Sowas beruhigt. (gsd)

Von Helmut Anschütz

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