Zwölfter Sieg für BG-Männer: Nach der Rettung jetzt Playoffs?

Matchwinner in Bayreuth: BG-„Allstar“ Raymar Morgan (re., hier gegen Bambergs Josh Duncan) gelang der entscheidende Korb für die Göttinger bei den Oberfranken. Foto: dpa

Bayreuth/Göttingen. Mit seiner markanten, durchdringenden Stimme versuchte der Bayreuther Hallensprecher die 2990 Heim-Fans unter den 3006 Zuschauern aufs Äußerste zu mobilisieren:

„Meine sehr verehrten Damen und Herren, bitte geben sie alles für unsere Jungs!“ Half aber alles nichts. Denn das Glück war am Freitagabend auf Seite der BG Göttingen, die mit dem 71:69 (36:32) bei den Oberfranken ihren siebten Auswärtserfolg und insgesamt den zwölften Saisonsieg einfuhr. „In Göttingen werden sie jetzt den Klassenerhalt feiern“, legte sich der BBL-TV-Kommentator schon mal fest. Mit zwölf Siegen stieg noch nie ein Team ab.

Und nach der Rettung jetzt die Playoffs? Ausgeschlossen ist dies nicht, auch wenn BG-Coach Johan Roijakkers natürlich wie üblich die Kirche im Dorf ließ: „Das war ein wichtiger Sieg zum Klassenerhalt. Es war nicht einfach, hier zu spielen.“ Richtung „Top acht“ ist aber jetzt noch alles drin!

El-Amin und Morgan im Duett

Am Ende reduzierten sich 40 Basketball-Minuten mal wieder auf 1,6 Sekunden: Letzter Angriff Göttingen bei noch 21 Sekunden Spielzeit. Khalid El-Amin lässt die Zeit runterlaufen, sieht kurz vor Schluss Raymar Morgan frei unter der Bayreuther Reuse, der, nachdem die Gastgeber vorher zum 69:69 ausgeglichen hatten, einen leichten Korb macht und noch ein Foul zieht. Den versemmelt Morgan zwar (wie auch fünf weitere von insgesamt neun), doch David Godbold fischt sich den Rebound – und die zwei Zähler sind im Sack. „Wir hatten das Quäntchen Glück“, meinte Robert Kulawick hinterher zutreffend. „Wir haben die Niederlage gegen Berlin gut aufgearbeitet, konnten befreit aufspielen.“

Hart ins Gericht ging nach der spannenden Partie Michael Koch mit seinem Team: „Wir sind zu dumm, als Mannschaft so ein enges Spiel zu gewinnen. Bis zum heutigen Zeitpunkt hat man sagen können, dass da ein paar unglückliche Sachen dabei waren, heute war es eindeutig. In der entscheidenden Phase haben wir wieder die Fehler gemacht, die wir in der Woche versucht haben abzustellen. Es ist immer wieder das gleiche Drama bei uns. Göttingen macht nur vier von 22 Dreiern, aber 64 Prozent von Inside. Das ist etwas, was wir in den letzten Spielen regelmäßig zugelassen haben, wir haben es wieder nicht stoppen können.“

Der „Schlüssel“ zum Sieg für die BG dürfte die erste Viertelpause gewesen sein. Nach einem „Run-and-gun“-Match im ersten Viertel stellte Coach Roijakkers auf Zonenverteidigung um, an der sich der zu Beginn starke Javon McCrae & Co. dann im zweiten Viertel die Zähne ausbissen, so dass die Gastgeber nur auf acht Punkte (gegenüber 18 der BG) kamen. So drehten die Veilchen die Partie von minus Sechs auf plus Vier zur Pause. Dumm nur, dass man Bayreuth nach dem Wechsel mehrmals die Chance gab, wieder heranzukommen.

Trio im Fokus

Doch die BG hatte bei ihrem ersten Bundesliga-Sieg in der Oberfrankenhalle die besseren „Entscheider“. In den Fokus rückten mit Harper Kamp (16 Punkte), Jamal Boykin (zwei wichtige Dreier) und Dominik Bahiense de Mello (wichtiges Drei-Punkte-Spiel zum 51:51) drei Akteure, die zuletzt nicht gerade geglänzt haben. Letztlich rächte sich auch nicht die unterirdische BG-Dreierquote von nur 18,2 Prozent (nur 4 von 22) – nach neun Fahrkarten brach erst Dominik Spohr den Bann. Dennoch bleibt die BG das drittschlechteste Team von der Dreierlinie. Schlusswort Roijakkers: „Am Anfang war unsere Verteidigung nicht gut genug, aber wir haben das sehr stark verbessert. Wir haben viele offene Dreier kreiert, aber nicht gut getroffen. Am Ende haben Raymar Morgen und Khalid El-Amin das Spiel gemacht.“ (haz/gsd)

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