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Quo vadis DSV-Team? Biathleten vor WM außer Form

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Von: Melanie Gottschalk

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Kurz vor der Biathlon-WM in Oberhof sind die deutschen Skijäger außer Form. Vor allem am Schießstand unterlaufen zu viele Fehler.

Ruhpolding – Einen Monat vor Beginn der Biathlon-WM im thüringischen Oberhof sind die deutschen Biathleten noch nicht in Bestform. Am ersten Weltcup-Wochenende im slowenischen Pokljuka blieben die DSV-Skijäger erstmals in dieser Saison ohne Podestplatz, die Single-Mixed und die Mixed-Staffel blieben darüber hinaus deutlich hinter ihren Erwartungen zurück.

In der Single-Mixed-Staffel belegten Justus Strelow und Janina Hettich-Walz Platz 13, leisteten sich eine Strafrunde und insgesamt neun Nachlader. Deutlich zu viele Fehler, um vorne mithalten zu können. Ähnlich erging es dem deutschen Mixed-Quartett mit Roman Rees, Benedikt Doll, Sophia Schneider und Denise Herrmann-Wick. Aufgrund von zwei Strafrunden und elf Nachladern musste sich das DSV-Team am Ende mit Platz fünf zufriedengeben.

Biathlon: Doll leistet sich zu viele Fehler beim Schießen

„Es ist mit Sicherheit nicht ganz so aufgegangen, wie wir uns das erhofft haben“, sagte Sportdirektor Felix Bitterling nach den Rennen. Besonders bitter: Benedikt Doll hatte sich durch seinen vierten Platz im Sprint eine gute Ausgangslage für die Verfolgung geschaffen, leistete sich jedoch bereits beim ersten Schießen zwei Fehler und konnte danach alle Hoffnungen auf einen Podiumsplatz begraben. Er wurde am Ende Elfter. „Wir hatten nach der guten Ausgangsposition schon ein bisschen mit dem Podium geliebäugelt“, sagte Bitterling.

Benedikt Doll konnte beim ersten Weltcup-Wochenende des Jahres 2023 nicht überzeugen.
Benedikt Doll konnte beim ersten Weltcup-Wochenende des Jahres 2023 nicht überzeugen. © Andrej Tarfila/imago

„Riesig“ freute sich Bitterling aber über die Leistung von Johannes Kühn bei der Verfolgung, der beim Schießen fehlerfrei blieb und von Rang 44 auf Platz 12 vorpreschte. „Mein einziges Ziel war, im Wettkampf mal zu zeigen, was ich kann“, sagte Kühn. Bisher war für den 31-Jährigen in diesem Biathlon-Winter noch nicht viel zusammengelaufen. „Ich wollte es besser machen. Das war nicht so schwierig. Vielleicht hatte ich heute einfach Glück.“

Biathlon: Herrmann-Wick verspielt durch Schießfehler Podestplatz

Bei Deutschlands Vorzeige-Biathletin und Olympiasiegerin Denise Herrmann-Wick schien die Form bisher zu passen, jetzt hadert aber auch sie am Schießstand. In der Loipe läuft es hingegen richtig gut, im Sprint gelang ihr gar die schnellste Laufzeit. Doch zwei Schießfehler machten einen Podestplatz zunichte, sie wurde Sechste. „Schnellste Laufzeit zu haben, ist richtig cool. Zwei Fehler sind aber einer zu viel für das Podest“, sagte Herrman-Wick anschließend in der ARD. Bei der Verfolgung bot sich ein ähnliches Bild, am Ende wurde sie dort Siebte.

Kurz vor der Biathlon-WM in Oberhof dürfen diese Leistungen jetzt aber nicht in den Köpfen der deutschen Skijäger hängen bleiben. „Mund abputzen, analysieren und etwas regenerieren“, sagte Sportdirektor Bitterling nach dem Weltcup-Wochenende in Slowenien.

Sportdirektor Bitterling: „Wir machen es uns am Schießstand zu schwer“

Beim Heim-Weltcup in Ruhpolding in dieser Woche (Mittwoch, 11. Januar bis Sonntag, 15. Januar) wolle man wieder vorne mitmischen. „Es ist nicht so, dass wir katastrophal in Form sind“, sagte er. „Wir machen es uns am Schießstand aber zu schwer und schießen im falschen Moment den ein oder anderen Fehler zu viel.“ Es gilt jetzt, diese Fehler noch vor der Biathlon-WM in Oberhof in den Griff zu bekommen.

Für die deutsche Biathletin Franziska Preuß wird die Zeit bis zur Biathlon-WM in Oberhof indes knapp. Sie musste das Weltcup-Wochenende in Slowenien aufgrund eines Infekts komplett absagen. Ob sie beim Heim-Weltcup in Ruhpolding wieder dabei sein kann, ist noch fraglich. Sie kämpfte bereits zu Beginn der Saison mit gesundheitlichen Problemen und sucht ebenfalls ihre Form. (msb)

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