Wegen Dopingverdacht

Biathlon: Norwegen droht mit Weltcup-Boykott in Russland

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Der norwegische Biathlonverband erwägt offenbar einen Boykott.

München - Der mächtige norwegische Biathlon-Verband droht nach dem Dopinganschuldigungen gegen die russischen Skijäger mit einem Boykott aller internationalen Veranstaltungen im größten Land der Erde.

"Wir vertrauen darauf, dass der IBU-Vorstand die notwendigen Entscheidungen treffen wird, um dem Ansehen des Biathlons nicht zu schaden. Sollte das nicht passieren, wird das norwegische Team über einen Boykott der internationalen Veranstaltungen in Russland nachdenken", hieß es in einem offenen Brief. 

Das Schreiben, das von Präsident Erlend Slokvik und Generalsekretär Rakel Rauntun unterschrieben wurde, veröffentlichte der Fernsehsender TV2 auf seiner Homepage. Es wurde bereits am Dienstag an den Weltverband IBU versandt, der am Donnerstag gemeinsam mit einer fünfköpfigen Expertengruppe über die jüngsten Dopinganschuldigungen gegen Russland berät und anschließend über Konsequenzen entscheiden will.

Norwegen fordert zu „energischem Handeln“ auf

31 Biathleten gehören zu den dopingverdächtigen Athleten aus Russland, die Ermittler Richard McLaren in seinen Untersuchungen zum Doping-Skandal belastet. Zuvor hatten bereits Tschechien um die Gesamtweltcupsiegerin Gabriela Koukalova und Großbritannien erklärt, nicht zum Weltcup ins westsibirische Erdölzentrum Tjumen (9. bis 12. März 2017) zu reisen. Auch Dominator Martin Fourcade erwog zuletzt einen Boykott.

"Wir fordern den IBU-Vorstand in diesem Fall energisch zum Handeln auf", heißt es im Schreiben der Norweger. Unter anderem müssten alle namentlich genannten Athleten sofort gesperrt werden. Die Internationale Biathlon Union solle mit einem guten Beispiel für die olympischen Wintersportarten vorangehen: "Es muss klar und entschlossen gehandelt werden. Wir sollten unser Gesicht vor Sponsoren, Medien und Fans nicht verlieren."

Enttäuschung über WM-Vergabe 

Zudem zeigten sich die Norweger enttäuscht, dass die Russen mit Tjumen überhaupt am Bieterverfahren für die WM 2021 teilnehmen konnten. Sie wiesen in diesem Zusammenhang darauf hin, dass dies entgegen der Empfehlungen des Internationalen Olympischen Komitees geschah. Das IOC hatte den Weltverbänden im Juni empfohlen, nach den Enthüllungen des McLaren-Reports keine Großveranstaltungen mehr nach Russland zu vergeben. Trotzdem erhielt Tjumen im September den Zuschlag für die WM.

SID

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