Nach Eklats in Mannheim und Uerdingen

Bumsi und ein Phantom: Maskottchen sorgen für Gesprächsstoff

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An die Hörner: Der Kölner Stürmer Anthony Ujah zieht Geißbock Hennes nach einem Tor an den Hörnern.

Kassel. Erst ein Mannheimer Hamster, jetzt der Uerdinger Grotifant: Ungewöhnlich häufig schaffen es Vereinsmaskottchen in diesen Tagen in die Schlagzeilen.

Hamster Udo vom Deutschen Eishockey-Meister zeigte gegnerischen Fans den Stinkefinger – sein Darsteller musste gehen. Nun legte sich der Grotifant mit einem Zuschauer an, nachdem ihm der Kopf gestohlen worden war. Ein Überblick über Maskottchen, die mal freiwillig, mal unfreiwillig auffielen.

Verlor seinen Rüssel: der Uerdinger Grotifant

Grotifant in Not: Es läuft die 81. Minute im fünftklassigen Krefelder Stadtderby KFC Uerdingen gegen Fischeln. Die Gastgeber sind gerade mit 1:0 in Führung gegangen. Der blaue Plüschelefant will die Uerdinger Fans zum Jubeln animieren, als ihm ein Fan den Kostüm-Kopf abreißt. Der Grotifant ist erbost, klettert über den Zaun und packt sich Übeltäter. Immerhin: Die kleine Plänkelei hat keine größeren Folgen. Und spätestens beim Abpfiff haben sich alle wieder lieb, schließlich gewinnt der KFC 2:0.

Dem Grotifant ist allerdings schon Schlimmeres widerfahren: 2004 war er K.O. gegangen. Nach dem Pokalspiel gegen Fortuna Düsseldorf streckte Fortuna-Torhüter Carsten Nulle das Maskottchen mit einem Boxhieb zu Boden und riss dabei den Rüssel ab. Acht Jahre später heuerte der Torhüter beim KSV Hessen an – und war auch hier schnell bekannt für einen harscheren Umgangston gegenüber seinen Mitspielern.

Kurioser Name: Biathlon-Bär Bumsi

Biathlon-Bär Bumsi: Das Maskottchen der Biathlon-WM in Antholz 2007 sorgt bis heute für Schmunzeln – was angesichts des Namens Bumsi nicht verwundert. Der allerdings hatte tatsächlich einen tieferen Sinn: „Bum-Bum-Bum“ soll das Geräusch des Schießens ausdrücken. Zumindest niedlich aber war Bär Bumsi ja.

Tollpatsch Berlino: Mit Usain Bolt machte Bär Berlino den Blitz. Doch das Maskottchen der Leichtathletik-WM in Berlin 2009 leistete sich auch einen leicht schmerzhaften Fehltritt: Nach dem 400-Meter-Hürden-Finale der Frauen nahm er Siegerin Melanie Walker Huckepack – und übersah in seiner Euphorie den vor ihm stehenden Hürdenwagen. Beidefielen auf den Boden, kamen aber mit dem Schrecken davon.

Der angegriffene Geißbock: Eigentlich ist der Hennes ja ein friedlicher Geißbock. Doch am 8. März wurde es ungemütlich für das Wappentier des Fußball-Bundesligisen 1. FC Köln. Nach dem 4:2 gegen Frankfurt freute sich Torschütze Anthony Ujah so dermaßen, dass er Hennes an den Hörnern packte und schüttelte. Später entschuldigte sich der Nigerianer: „Da war ich wohl ein wenig zu grob.“ Und FC-Sportchef Jörg Schmadtke sagte: „Hennes kriegt ein ABC-Pflaster.“

Gruselig: das Braunschweiger Phantom

Gruseliges Phantom: Es sieht aus wie die eine Kreuzung aus dem Serienmörder aus dem Thriller Scream und dem Sensenmann: Das ehemalige Maskottchen der Braunschweiger Bundesliga-Basketballer ließ jedem die Angst in die Glieder fahren. Zu den Klängen des Musicals „Phantom der Oper“ lief das Phantom vor dem Tip-off übers Spielfeld. Nun hat sich Namensgeber New Yorker zurückgezogen und aus den Braunschweiger Phantoms sind die Löwen geworden. Irgendwie sympathischer, oder?

Von Jan-Philipp Schlenker und Michaela Streuff

In der gedruckten Ausgabe lesen Sie am Mittwoch außerdem:

- Das sagt ein Maskottchen

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