Porträt

Er hat die Scheiben im Griff – Louis Siebert aus Calden spielt leidenschaftlich gern Discgolf

Auf dem Foto ist ein Mann in einem Wald zu sehen. Er hat etwas in der Hand.
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Die Scheibe in der Hand muss am Ende in den Korb links neben ihm: Der Discgolfer Louis Siebert nimmt deutschlandweit an Turnieren teil.

Wir haben Louis Siebert aus Calden getroffen. Der 18-Jährige spielt leidenschaftlich gern Discgolf – und das auch ziemlich erfolgreich.

Calden – „Wenn ich jetzt nicht treffe, wird’s peinlich“, sagt Louis Siebert und schmunzelt. Der 18-Jährige steht keine drei Meter vom Korb auf der Discgolf-Anlage in Calden entfernt. Nur um der Redakteurin zu zeigen, wie man es richtig macht. Er hat getroffen. Daraufhin sollte es die Redakteurin aus gleicher Distanz probieren. Nun ja, das war weniger erfolgreich.

Klar, dass der Caldener trifft, er ist schließlich bei der vergangenen Deutschen Meisterschaft im Discgolf Dritter geworden. „Das war ein tolles Erlebnis. Ich hatte mir den dritten Platz als Ziel gesetzt. Das hat geklappt“, sagt er stolz. Siebert nahm bei der Deutschen Meisterschaft in Freiburg bei den Junioren teil. Im kommenden Jahr darf er sich in den Open messen, also mit den Erwachsenen.

Louis Siebert ist durch seinen älteren Bruder zum Discgolf gekommen

Discgolf-Turniere in ganz Deutschland gibt es im zwei Wochen-Rhythmus. „In diesem Jahr habe ich an acht Turnieren teilgenommen“, sagt Siebert. Da er noch Schüler ist und einem weiteren Hobby nachgeht, dem Fußball, sind nicht unbedingt mehr drin. Es sei sowieso viel zu organisieren: „Startgeld muss bezahlt und eine Unterkunft gesucht werden. Das gesamte Wochenende geht dafür drauf.“ Er macht es aber leidenschaftlich gern, nur mit dem Fußball sei das nicht so gut zu vereinbaren. Der Trainer würde viel lieber öfter auf den Offensivspieler zurückgreifen, doch er spielt eben auch gern Discgolf.

Die Leidenschaft zur Sportart, die aus den USA kommt, hat Siebert durch seinen älteren Bruder entfacht. „Ich war 14 Jahre alt und er hat mich damals mitgenommen“, sagt er. Nach und nach hat sich eine echte Leidenschaft entwickelt. „Ich hatte irgendwann sogar mehr Lust daran als mein Bruder selbst“, sagt er und schmunzelt. Siebert hat sich dann mit 16 Jahren das Ziel gesetzt, immer besser zu werden.

Einen Trainer hat er nicht, er bringt sich das Spielen selbst bei. „Ich habe mir viel aus Youtube-Videos abgeschaut“, sagt der 18-Jährige.

  • Was ist Discgolf überhaupt?
  • Discgolf wird seit den 70er-Jahren in den USA gespielt. 1979/80 bildeten sich in Deutschland erste Gruppen. Discgolf wird nach ähnlichen Regeln wie Golf gespielt. Ziel dabei ist, einen Kurs von meist 18 Bahnen mit möglichst wenigen Würfen zu schaffen.
  • Von einer festgelegten Abwurfzone wirft der Spieler die Discgolf-Scheibe in Richtung eines Fangkorbs. Der Spieler markiert die Stelle, wo die Scheibe gelandet ist, und spielt von dort aus weiter. Die Bahn ist geschafft, wenn die Scheibe im Korb gelandet ist. Die Länge der Bahnen variiert zwischen 40 und 250 Metern.

Der Schüler aus Calden trainiert im Schnitt vier bis fünf Mal die Woche. „Immer so drei Stunden“, sagt er. Siebert nutzt die Zeit auf der Discgolf-Anlage in Calden, um abzuschalten, und den Kopf von der Schule frei zu bekommen: „Es ist so ruhig hier, man hört nur die Vögel zwitschern“, sagt er.

Sieberts Eltern waren anfangs nicht so begeistert, doch jetzt sind sie seine größten Unterstützer

Die Anlage in Calden sei perfekt dafür. Er hat es nicht weit von zu Hause aus, er sei flexibel und so immer in Bewegung. „Meine Eltern waren anfangs überrascht. Sie sagten, Discgolf wäre doch ein Rentnersport“, sagt der Schüler der 12. Klasse des Fachabiturs. Doch seine Mutter hätte sich nach und nach mit seiner Begeisterung für Discgolf angefreundet und war sogar als Unterstützerin bei der Deutschen Meisterschaft in Freiburg mit vor Ort.

Eine Discgolf-Scheibe kostet im Schnitt 15 Euro. Siebert hat 50 Stück. Auf dem Weg zum Ziel kann es schon mal passieren, dass eine davon bis zu 117 Kilometer pro Stunde schnell fliegt. „Das hab ich mal gemessen“, sagt er. Wie schnell eine Scheibe bei ihm fliegen kann, hat er an diesem Tag aber nicht gezeigt. Nur, dass er auf einem guten Weg ist, ein richtig Großer im Discgolf zu werden. (Cora Zinn)

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