Medenrunde steht vor Problemen

Zahlreiche Tennismannschaften denken über Rückzug nach

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Seine Mannschaft wird wohl antreten: Anton Polzer und die Herren 60 des MTC spielen in der Landesliga. 

Der Tennisverband Niedersachsen/Bremen plant, seine zunächst aufgrund der Coronakrise verschobene Saison Mitte Juni zu starten. Seit einer Woche können die Vereine ihre Spieltermine absprechen und die Gegner einladen. Doch es regt sich Widerstand.

Offensichtlich gibt es zahlreiche Mannschaften im Land, die nicht mehr antreten wollen. Dazu dürften auch zwei der drei auf Landesebene spielenden Teams des Mündener TC gehören. Vereinsvorsitzender Dr. Tobias Heyer stand bereits mit dem Landesverband in schriftlichem Kontakt und teilte mit, dass einige Mannschaften unter den aktuellen Vorgaben auf ihr Antrittsrecht verzichten wollen. In der Kritik seitens der Sportler steht vor allem das Verbot der gemeinsamen Anreise für Gastmannschaften in ein und demselben PKW, das Bewirtungsverbot und die Vorgabe, Umkleiden und vor allem Duschen geschlossen zu halten. „Wie soll so etwas denn gehen“, fragt Tobias Heyer. „Unsere Damen 40 beispielsweise müssten in der Landesliga bis nach Soltau fahren. Wenn alle vier Spielerinnen einzeln dort hinführen, würden insgesamt 2000 Kilometer zusammenkommen. Das ist auch unter einem ökologischen Gesichtspunkt nicht vertretbar.“ In Niedersachsen sind die Auswärtsstrecken auch in niederen Spielklassen traditionell sehr lang. So führen schon in der Bezirksklasse die Fahrten bis nach Salzgitter.

Auf seine kritische Mail habe der Verband mit einer gewissen Portion Unverständnis reagiert, berichtet Heyer, der zudem bei anderen Mündener Vereinen anfragte, wie dort die Stimmungslage sei. Auf Nachfrage erklärte beispielsweise Dirk Neumann, Sportwart des SV Schedetal Volkmarshausen, dass in seinem Verein schon jetzt feststehe, dass mindestens zwei der fünf Erwachsenenteams auf eine Teilnahme an der Medenrunde verzichten werden. „Das sind mit den Herren 55 und den Damen 50 unsere ältesten Aktiven, die zumindest Teilweise aus Altersgründen zur Risikogruppe gehören“, sagt Neumann. Die jeweiligen Gegner seien über die Entscheidung informiert worden. Dabei sei herausgekommen, dass auch sie teilweise verzichten wollten. Dem TNB könnten vermutlich viele Ligen um die Ohren fliegen. Dagegen dürfte selbst die noch bestehende finanzielle Strafe für den Rückzug einer Mannschaft nichts ausrichten. Das sogenannte „Reuegeld“ beträgt auf Landesebene 250 Euro.

Deshalb setzt der MTC und andere Vereine auf weitere Lockerungen seitens des Verbandes, der anscheinend das zunächst vorgesehene Verbot von Doppeln nun laut einer Mitteilung auf seiner Homepage zurückgezogen hat (siehe Kasten). Nur mit weiteren Erleichterungen dürfte noch die Chance auf eine halbwegs reguläre Sommer-Medenrunde bestehen.

Eine Ausnahme bildet die Herren 60 des MTC: Teamkapitän Anton Polzer erklärte auf Anfrage, dass seine Mannschaft in der Landesliga antreten wolle. „Wir haben prinzipiell keine Bedenken“, berichtet Polzer. „Aber nur schnell zu den Spielen hinzufahren und danach gleich wieder zu verschwinden, liegt nicht in unserem Interesse. Da müsste der Verband noch einige Lockerungen aussprechen.“ 

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