Knappe Finalniederlage bei der Super League Germany

Dartsspieler Dragutin Horvat fehlen nur Millimeter zur WM

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Verpasste die Qualifikation für die Weltmeisterschaft in London nur knapp: Der Kaufunger Dartsspieler Dragutin Horvat. 

Welch’ ein Darts-Krimi: Der Kaufunger Dragutin Horvat stand bei der Super League Germany in München dicht davor, nach 2016 zum zweiten Mal zu triumphieren und sich den deutschen Startplatz für die WM im Londoner Ally Pally zu sichern. 8:4 nach Legs führte „Herkules“, wie sein Kampfname mittlerweile lautet, gegen den Hanauer Nico Kurz. Wer als Erster zehn Legs gewinnt, ist der Sieger. Doch letztlich musste sich der Nordhesse dem Südhessen nach einem dramatischen Duell 9:10 geschlagen geben.

Dabei hätte es kurz vor Ende nicht spannender sein können. Denn beim Stand von 9:9 hatte Kurz zwar nur noch acht Punkte übrig, Horvat bekam aber noch die Chance, von 141 Zählern herunterzuspielen. Und es ließ sich gut an: Dreifach-20, Dreifach-19 – jetzt brauchte er nur noch die Doppel-12. Nur um Millimeter verfehlte sein Wurf das Ziel – Einfach-12. Danach machte sein Konkurrent den Erfolg perfekt und sicherte sich das Ticket für die Weltmeisterschaft im Alexandra Palace vom 11. Dezember 2020 bis 1. Januar 2021.

Dragutin Horvat über...

seine Leistung im Endspiel: Ich wusste, dass es schwer werden würde. Umso überraschter war ich selbst, dass ich 8:4 vorn lag. Bis zur zweiten Pause war alles gut. Die Unterbrechung hat mich dann aber aus dem Rhythmus gebracht. Danach war ich wirklich schlecht, und Nico hat sich gut zurückgekämpft.

seine drei letzten Pfeile im Finale: Die Heimfahrt am Montag von München war lang. Und weil ich allein unterwegs war, gingen mir meine letzten Pfeile ständig durch den Kopf. Da die ersten beiden perfekt waren, habe ich meinen Rhythmus beibehalten. Leider ohne Erfolg.

den Verlauf des Turniers: Ich hätte nicht gedacht, dass ein solcher Wettbewerb in Coronazeiten so gut funktionieren kann. Die Verantaltung war super organisiert. Jeder Spieler hatte seinen eigenen Bereich. Eigentlich hatte ich das Sportjahr 2020 schon abgehakt. Dann lief es besser als erwartet. Insgesamt hat sich gezeigt, dass die Teilnehmer gut trainiert haben.

einen Darts-Wettbewerb ohne Fans: Das ist für uns nichts Ungewöhnliches. Wir kennen beide Situationen. Ungewohnt war die Tatsache, dass der Wettkampf in einem Fernsehstudio stattfand. Das einzige Problem: Es waren teilweise 56 Grad im Raum. Selbst Spieler, die sonst nie schwitzen, hatten Schweißperlen auf der Stirn.

die vierte Finalteilnahme in fünf Jahren: Blöd, wenn man verliert. Bei den vorherigen Niederlagen war ich nicht gut und hatte es nicht verdient zu gewinnen. Diesmal hätte es auch zwei Sieger geben können.

seine weiteren Pläne:Bis Ende September steht erst mal nichts an. Wann es wieder Wettbewerbe geben kann, hängt von den Lockerungen der Politik ab. Ich werde jetzt erst mal mein Pensum zurückfahren und nur ab und zu mit Kumpels darten. Vielleicht steige ich auch erst im Januar wieder richtig ein.

die Änderung seines Kampfnamens:Für 60 Prozent der Freunde und Kollegen bin ich weiterhin Braco, das Brüderchen. Das ist mein Spitzname. Die Sache mit dem Kampfnamen Herkules war eine Idee von TV-Kommentator und Darts-Stimme Elmar Paulke – wegen der Verbindung zu Kassel. Ich habe danach viele Posts dazu erhalten. Es ging hin und her. Letztlich habe ich dann entschieden, es mit Herkules mal zu probieren.

Zur Person

Dragutin Horvat (44) ist gebürtiger Kasseler, lebt aber mittlerweile in Kaufungen. Einmal nahm er bereits an der PDC-Weltmeisterschaft teil. 2016 triumphierte Horvat bei der Super League Germany, seitdem erreichte er noch dreimal bei diesem Wettbewerb das Finale. Der Nordhesse arbeitet im Lager des Kasseler Hydraulikherstellers Landefeld. Horvat ist geschieden.

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