Handball: Blick auf die acht Viertelfinalisten

WM-Experte Michael Roth: „Das Spiel der Spanier liegt vielen Gegnern nicht“

Handball, WM in Ägypten, Spaniens Trainer: Jordi Ribera
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Spaniens Handball-Nationaltrainer: Jordi Ribera

Nun geht es in die K.o-Phase. Anders als vor zwei Jahren in Deutschland und Dänemark wird bei der Handball-WM in Ägypten wieder ein Viertelfinale ausgetragen. Unser Experte Michael Roth nimmt die verbleibenden acht Teams unter die Lupe.

Michael Roth über…

. die Ägypter: Eine sehr kompakte Mannschaft. Sie treten so auf, wie ich es erwartet habe: bestens vorbereitet auf das Turnier im eigenen Land. Ob Abwehr, Angriff oder Torwart – die Ägypter sind international angekommen. Der Halbfinaleinzug ist keine Utopie.

die Franzosen: Sie sind diesmal ohne größere Aussetzer durch die ersten Runden gekommen. Die Equipe Tricolore hat das Zeug, ins Endspiel zu kommen. Zwar hat sie ihren herausragenden Nikola Karabatic nicht dabei, aber ich habe das Gefühl, dass das kein Nachteil ist. Dadurch tun sich andere Spieler hervor.

die Norweger: Das Team zeigt sich wie erwartet stark. Es gab zwar zum Auftakt eine Niederlage gegen Frankreich, doch es war ein Duell auf Augenhöhe. Sander Sagosen ist der erhoffte Ausnahmespieler. Aber bin ich nicht sicher, ob er kräftemäßig das hohe Niveau halten kann. Norwegen ist auf jeden Fall ein heißer Kandidat für das Finale.

die Schweden: Die Tre Kronors überraschen gefühlt immer. Diesmal treten sie um Trainer Glenn Solberg trotz nicht zu unterschätzender Ausfälle wie Torwart Mikael Appelgren und Rückraumschütze Lukas Nilsson sehr geschlossen auf. Es zeigt sich, dass die Schweden regelmäßig gut ausgebildete Spieler hervorbringen. Und bevor sie zu Topklubs in Europa wechseln, haben sie immer schon enorme Spielpraxis in ihrer heimischen Liga gesammelt.

die Spanier: Eine eingespielte und ausgebuffte Truppe. Das hat nicht zuletzt der Sieg über Deutschland bewiesen. Da ihre variable Spielweise vielen Gegnern nicht liegt, können die Spanier noch weit kommen. Die Mannschaft hat einen guten Draht zu Trainer Jordi Ribera und stellt mit Rodrigo Corrales und Gonzalo Perez de Vargas ein gutes, vielleicht sogar das beste Torhüterduo im Teilnehmerfeld.

die Ungarn: Sie bestechen durch ihre Kompaktheit. Insbesondere vertraut das Team dem Spielmacher Mate Lekai. Halbrechts überzeugt mich Dominik Mathe vom norwegischen Erstligisten Elverum. Und Kreisläufer Bence Banhidi gehört für mich zu den Entdeckungen dieser WM. Dennoch ist für die Ungarn nach dem Viertelfinale gegen Frankreich Schluss.

die Dänen: Alle Spiele souverän gewonnen – die Dänen sind der klare Titelfavorit. Das hat auch ihr Kantersieg gegen Kroatien bestätigt. Welthandballer Niklas Landin und Ausnahmekönner Mikkel Hansen sind ihre bekanntesten Spieler, aber auch auf anderen Positionen haben sie jede Menge Qualität.

die Kataris: Es war keine Überraschung, dass die Mannschaft aus dem Wüstenstaat das wichtige Spiel gegen Argentinien für sich entschied. Denn die Kataris haben sich im Verlauf der WM immer weiter stabilisiert. Eine große Rolle nimmt der erfahrene Rafael Capote ein.

(Björn Mahr)

Unser WM-Experte

Michael Roth (58) trainierte von 2010 bis 2019 den Bundesligisten MT Melsungen. Zuletzt war der gebürtige Heidelberger Coach in Berlin und als Nationaltrainer in Bahrain. Der frühere Nationalspieler holte mit der DHB-Auswahl Olympia-Silber 1984. Roth ist in zweiter Ehe verheiratet und hat zwei Kinder. Er lebt in Hamburg. (bjm)

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