Schnellcheck: Sieg nach Krimi mit Verlängerung gegen Norwegen

Deutsche Handballer im Finale – der Traum geht weiter

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Kassel. Unsere Nerven! Aber egal. Die deutsche Handball-Nationalmannschaft hat das Finale der Europameisterschaft erreicht – welch ein Erfolg. Gegen Norwegen hieß es am Ende 34:33 nach Verlängerung.

Und so langsam lässt sich von einem mittelgroßen Handball-Wunder sprechen. Schließlich waren die jungen und ersatzgeschwächten Deutschen als Außenseiter ins Turnier gegangen. Und jetzt? Finale.

War auch das Halbfinale ein Handball-Krimi? 

Oh ja, sie können ja nicht ohne, die deutschen Jungs. Aber dieses Spiel übertraf noch einmal alles an Spannung, was bisher gewesen ist. Wer braucht noch Schweden-Krimis, wenn es Handballspiele gegen Norwegen gibt?

Allein die Schlussphase der regulären Spielzeit: 27:26 lagen die Norweger nach 56 Minuten mit vielen Führungswechseln vorn. Dann vergibt Hendrik Pekeler vom Kreis, dann vergibt Fabian Wiede, dann vergibt Julius Kühn. Immerhin: Die Abwehr der deutschen Mannschaft steht. Und so kommt es in der letzten Minute zu einem letzten Angriff. Der Pass auf Linksaußen, Rune Dahme steigt hoch – und trifft. 27:27. Verlängerung, weil die Norweger in den letzten paar Sekunden nicht mehr zum Wurf kommen.

Und dann die Verlängerung: Hier fallen auf einmal die Tore wie am Fließband. Deutschland führt nach fünf Minuten 30:29, eine Minute vor Schluss heißt es 33:33. Die Deutschen spielen ihren Angriff lange aus, die Sekunden vergehen, noch zwölf, noch elf, dann wirft Kai Häfner – und trifft. 34:33. Sieg! Finale! Wahnsinn.

Wie war ansonsten das Spiel in Krakau? 

Im Spiel der beiden EM-Überraschungsmannschaften war es keine große Überraschung, dass die Anfangsphase von Nervosität geprägt war – zumal sich hier zwei sehr junge Teams gegenüberstanden. Für die meisten Spieler war ein EM-Halbfinale Neuland.

Die deutsche Mannschaft setzte die ersten Ausrufezeichen. Vor allem über die Außen arbeitete sie sich in diese Partie. Tobias Reichmann und Rune Dahmke hatten das, was den Rückraumschützen diesmal lange Zeit fehlte: die Durchschlagskraft. Die Folge: eine 9:5-Führung.

Norwegen aber biss sich ins Spiel und kam mit der Deckung der Deutschen, in der meist ein Spieler vorgezogen agierte, langsam besser zurecht. Zumal die Deutschen nun wieder fehlerhafter waren. Zur Pause stand es 14:13. Und schon da bahnte sich an: Hier wird sich bis zum Schluss keine Mannschaft entscheidend absetzen. Die Grundlage für einen Krimi.

Wer war der Mann des Abends? 

Ein Mann des Abends? Nein. Es gilt Regel eins. Das Team ist der Star. Stellvertretend sei aber Kai Häfner genannt. Er wurde nachnominiert – und sorgte für die Entscheidung. Famos.

Wie schlug sich Johannes Sellin von der MT Melsungen? 

Sellin kam nicht zum Einsatz. Bundestrainer Dagur Sigurdsson hatte auch keinen Grund, den an diesem Tag sehr guten Tobias Reichmann auf Rechtsaußen zu ersetzen. So kann Sellin in seinem 50. Länderspiel am Sonntag seinen 100. Treffer erzielen. Im Finale.

Wie war die Fernsehübertragung? 

Nun ja, ZDF-Reporter Christoph Hamm war längst nicht so emotional, wie das normalerweise sein ARD-Kollege Florian Naß ist. Hamm sagte zwischendurch: „Alles ist möglich – und das für beide Mannschaften.“ Ansonsten waren seine Ausführungen aber schon in Ordnung. Ansonsten noch mal zum Mitschreiben: F I N A L E.

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