2:1 gegen Goergien

Deutschland zittert sich zur EM-Endrunde - Der Schnellcheck zum Spiel

Endlich die Erlösung: Max Kruse (Mitte ) hat das Tor zum 2:1 erzielt. Mit ihm jubeln Thomas Müller (links), Mesut Özil, Mats Hummels und Matthias´Ginter (hinten). Foto: dpa

Sie vergaben Chancen ohne Ende und mussten zwischenzeitlich sogar zittern: Am Ende siegten Deutschlands Fußballer aber 2:1 gegen Georgien. Der Schnellcheck von Sportredakteur Frank Ziemke.

Kassel. Es war der letzte Schritt. Der kam spät, aber er kam. Mit dem unnötig erzitterten 2:1 (0:0) gegen Georgien hat sich die deutsche Fußball-Nationalmannschaft für die Endrunde der Europameisterschaft qualifiziert. Der Schnellcheck:

Wie war das Spiel gegen Georgien? 

Es gab schon in Halbzeit eins einen Schockmoment. Das sei gleich zu Beginn gesagt. In der 27. Minute stand Okriashvili plötzlich zentral frei vor dem deutschen Tor. Manuel Neuer aber parierte großartig. Was blieb war die Frage, wie Okriashvili in diese Position kommen konnte.

Ansonsten nämlich erst einmal: Sturmlauf, Sturmlauf, Sturmlauf. Mittendrin: Nukri Rewischwili. 28 Jahre. Beruf: Torhüter. Einer mit einem abwechslungsreichen Arbeitstag. Nach 15 Spielminuten: 10:1-Torschüsse. Aber kein Tor. Nicht nach 15 Minuten, nicht nach 45 Minuten.

Die Deutschen kombinierten gut. Doch wie gegen die Iren: Sie trafen nicht ins Tor. Oft trafen sie nicht mal das Tor selbst. Bestes Beispiel: Marco Reus. Völlig frei in der 13. Minute: Drüber! Frei von links in der 30.: rechts vorbei! Und zum Dritten volley. Diesmal auf das Tor. Aber in dem stand ja: Nukri Rewischwili, Torhüter.

45 Minuten unglaubliche Überlegenheit, 45 Minuten kein Tor. Doch nach der Pause gab es Elfmeter. Ein Foul an Mesut Özil, ein cooler Schuss von Thomas Müller – 1:0 in der 50. Minute. Jetzt war doch alles klar, oder? Denkste. Es passierte Unglaubliches: Ecke für Georgien. Und ein Traumtor. Jaba Kankava trifft volley aus 22 Metern. Wahnsinn, 1:1 nur drei Minuten nach dem 1:0. Und plötzlich ist da Verunsicherung. Plötzlich schwimmt die deutsche Abwehr. Plötzlich muss Neuer gegen Okriashvili sogar den Rückstand verhindern. So dauert es bis zur 79. Minute, ehe der grade eingewechselte Max Kruse mit dem 2:1 für Erlösung sorgt.

Es war ein langer Anlauf für den letzten Schritt.

War das Ergebnis am Ende gerecht? 

!Überlegener als die deutsche Mannschaft in Halbzeit eins kann man kaum spielen. Deshalb natürlich: Absolut gerecht. Allerdings: Die Unmenge vergebener Chancen und das Zittern nach dem Ausgleich stimmten nachdenklich. Sehr nachdenklich!

Gab es einen Aufreger in der Partie? 

Wenn man sich gern aufregt über vergebene Torchancen – das Spiel in Leipzig bot jede Menge Gelegenheit dazu. Und wer sich gern aufregt über absolut unnötige Verunsicherung: bitte, ging auch. Denn hallo! Da spielte der Weltmeister. Und letztlich eben doch nur gegen Georgien.

Wie war die TV-Übertragung? 

Marco Hagemann machte das bei RTL sehr ausgewogen, sehr informativ, sehr unterhaltend. Stellte nach 15 Minuten fest: „Das ist hier eine einseitige Vollgasveranstaltung.“ Hatte Informationen parat wie den letzten direkten deutschen Freistoß-Schützen und die letzte Länderspiel-Niederlage in Leipzig. Falls sie es nicht gehört haben: Torsten Frings. Und 1912 – gegen die Niederlande. Und: Er behielt den Überblick, was bei – wir brechen jetzt mal das ungeschriebene Gesetz „keine Witze mit Namen“ – all den Wilis nicht leicht war. Wir nennen stellvertretend: Nukri Rewischwili. Der Torhüter.

Und wie ging es am Ende aus in die Quali-Gruppe D? 

Am Ende stand der Weltmeister da, wo man ihn erwarten musste: auf Platz eins. Zweiter wurde Polen, dass im direkten Duell Irland 2:1 besiegte. Natürlich traf dabei Robert Lewandowski. Die Iren müssen als Dritter nun in die Playoffs.

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