Paderborn und Bremen sind raus

DFB-Pokal-Viertelfinale im Schnellcheck: Bayerns Kantersieg, Bayers furiose Wende

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Früher Kurs Richtung Halbfinale: Die Bayern feiern ihren Torschütze Kingsley Coman nach dem Treffer zum 1:0 in Paderborn.

Was für ein Pokalabend: Erst kann auch ein tapferer Drittligist Paderborn den FC Bayern nicht stoppen und verliert 0:6. Später überrollt Werder Bremen in der Anfangsphase Bayer Leverkusen und verliert doch 2:4 in der Verlängerung. Der Schnellcheck:

Wie hoch war der Vestenbergsgreuth-Faktor von Paderborn?

Nun ja. Paderborn ist Ostwestfalen und nicht Franken. Und der FC Bayern von heute nicht mehr der von 1994. Soll heißen; Wenn überhaupt, dann konnte der Drittliga-Spitzenreiter nur kurz von der Sensation träumen. Genauer gesagt bis zur 19. Minute. Da traf Arjen Robben den Ball erst nicht so richtig, Kingsley Coman dafür aber umso besser. Es hieß 0:1. Bis zur Pause hatten Robert Lewandowski (25.) und Joshua Kimmich (42.) den Gastgeber längst klar gemacht: Für euch ist schon alles vorbei. Tolisso (55.) und Robben mit einem Doppelschlag (86./89.) sorgte dafür, dass es so deutlich wurde, wie es dem konzentrierten Auftitt des Meisters entsprach.

Verdiente der Drittligist sich trotzdem Respekt?

Klingt angesichts eines 0:6 zwar seltsam, die Antwort lautet trotzdem: auf jeden Fall! Bayern-Trainer Jupp Heynckes hatte den Respekt ja bereits im Vorfeld geäußert. Und zeigte das auch mit der Aufstellung. Hummels war dabei und Lewandowski, James und Robben. Da wurde nicht gepokert, da wurde äußerst ernstgenommen.

Wie richtig Heynckes lag, zeigte sich in der 8. Minute. Paderborn schießt ein Tor. Schütze Schonlau aber steht im Abseits. Später trifft Zolinski den Pfosten. Der Ehrentreffer war drin. Die Fans feiern auch so: „Wir hol´n die Meisterschaft. Und der Pokal, der ist uns sch...egal.“ Am Ende blieb trotzdem die Erkenntnis: Ein Zweiklassen-Unterschied wird zum Dreiklassen-Unterschied, wenn dein Gegner FC Bayern heißt.

Kam Bremen wie auf Schalke erst zum Schluss?

Von wegen. Die Norddeuschen dachten sich: Warum nicht mit dem anfangen, womit man zuletzt aufgehört hat? Also schossen sie in Leverkusen ganz schnell zwei Tore. Durch Max Kruses Foulelfmeter (4.) unter dem Motto: Lasst doch den Gefoulten selber schießen. Und durch Aron Johannssons Heber unter dem Motto: Mir doch egal, wie groß der Torhüter ist. Dieser Torhüter heißt Bernd Leno und verhinderte in der Folgezeit gegen phasenweise entfesselt spielende Bremer mit zahlreichen Paraden, dass es auch in der BayArena hieß: Schon zur Pause war alles vorbei.

Warum war Bremen nach dem grandiosen Blitzstart trotzdem nicht auf dem Weg zum souveränen Sieg?

Das lag an einem Bremer. Einem Bremer? Richtig gelesen. Julian Brandt wurde am 2. Mai 1996 in Bremen geboren. Dumm nur für die Bremer, dass er nun bei Bayer spielt. Dieser Brandt jedenfalls brachte seine Mannschaft mit dem 1:2 in der 31. Minute ins Spiel zurück. Das war eher unverdient, aber eben auch durch einen schönen Konter herausgespielt. Nach der Pause wurde es dann sogar wunderschön. Nicht für Bremen. Aber für den Bremer Brandt. Der schlenzte von der Strafrumkante genau in den Torwinkel. 2:2, alles offen. Und zwar bis in die Verlängerung hinein. In der es Videobeweis gab nach Rudelbildung, aber nur Gelbe Karten. Und in der ein Wechsel die Entscheidung brachte. Karim Bellarabi kam in der 110. Minute, traf in der 111. zum 3:2 und legte Haverts auch noch das 4:2 (118.). Diesmal hatte Bremens Gegner das bessere Ende.

Zwei Tore gegen die Heimatstadt: Leverkusens Julian Brandt.

Wie war der Pokalabend im TV?

Wie so oft im Pokal unterhaltsam. An diesem Abend sogar sehr unterhaltsam. Galt auch für die Reporter. Wolff-Christoph Fuss stellte bei Sky zunächst fest, dass Paderborn wie die Bayern Rekordpokalsieger sei. Nur eben im Westfalenpokal. Da war die Ausgangslage mal eben auf den Punkt gebracht. Später wechselte er schon mal zu den Winterspielen. Ein Solo von Robben bezeichnete Fuss als „Riesenslalom-Lauf“. Oder „Riesen-Slalomlauf“?

Egal. Gerd Gottlob wollte da jedenfalls in der ARD nicht nachstehen. Dem Bremer Torjubel beim 0:1 attestierte er: „Für Formationstanz hat es nicht ganz gereicht.“

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